Die Ebersberger SPD-Landtagsabgeordnete Doris Rauscher.
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Die Ebersberger SPD-Landtagsabgeordnete Doris Rauscher.

Nach dem Kohnen-Rückzug

„Ich wäre für mehr Verantwortung bereit“: Wird Doris Rauscher neue Chefin der Bayern-SPD?

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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  • Robert Langer
    Robert Langer
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Voraussichtlich im Frühjahr wird die SPD einen neuen Kopf an ihre Spitze wählen. Die Ebersberger Landtagsabgeordnete Doris Rauscher lässt vorsichtige Ambitionen auf den Posten durchblicken.

Landkreis – Die SPD braucht eine neue Landeschefin: Die amtierende, Natascha Kohnen, hat eine erneute Kandidatur bei der wohl im März anstehenden Wahl ausgeschlossen. Eine mögliche Nachfolgerin wäre die Ebersberger Landtagsabgeordnete Doris Rauscher Vize-Bezirksvorsitzende von Oberbayern und in der Partei als Sozialexpertin gut vernetzt. Rauscher wirft ihren Hut nicht eindeutig in den Ring – eine Absage hört sich aber anders an.

Frau Rauscher, die SPD braucht einen neuen Landesvorsitzenden oder eine neue Landesvorsitzende. Ist das Ihre Gelegenheit?
Diese Frage stelle ich mir nicht. Als Abgeordnete und Vorsitzende des Sozialausschusses im Bayerischen Landtag habe ich meinen Traumjob und die Möglichkeit, etwas zu bewegen. Bei einem Pressegespräch sagte ich auf mehrere Nachfragen lediglich, dass ich eine Kandidatur für den Landesvorsitz nicht ausschließe. Das heißt jedoch nicht automatisch, dass ich kandidiere. Zur Übernahme von mehr Verantwortung auf Landesebene wäre ich aber bereit. Meine politischen Haupt- und Ehrenämter empfinde ich als erfüllend, da trage ich viel Verantwortung und tue das sehr gerne.
Zur Situation der Partei... was ist falsch gelaufen, und wo kann sie punkten?
Die SPD hat es sicher im Moment so schwer wie noch nie. Aber sie verbindet wie keine andere Partei viele wesentliche Aspekte. Sie ist das wirklich soziale Gewissen in unserem Land, steht für den sozial-ökologischen Wandel und für den Klimaschutz, für eine moderne Familienpolitik und beste Bildungsvoraussetzungen. Solidarität, Gleichheit aller Menschen, Gerechtigkeit, die Überzeugung, dass alle Menschen einer Gesellschaft ein gutes Auskommen haben müssen, um ein gutes Leben führen zu können: Das sind Grundwerte, die für jede echte Demokratie von höchster Bedeutung sein müssen, und für die ich mich mit ganzer Kraft einsetze. Ich möchte betonen, dass Natascha Kohnen mit vollem Einsatz ihr Bestes gegeben hat. Dafür gebühren ihr Dank und Anerkennung. Eine Person ist nie allein verantwortlich für die Situation einer Partei. Grundsätzlich spreche ich mich bei der möglichen Nachfolge für eine Doppelspitze aus, um den Anforderungen besser gerecht werden zu können.
Was bedeutet das für die politische Arbeit an der Basis?
Die SPD ist für die Menschen da. Wir machen eine glaubwürdige Kommunalpolitik, wir wirken auf allen politischen Ebenen und sind für die Bürgerinnen und Bürger eine Mitmachpartei. Wir arbeiten vor Ort und jeden Tag dafür, dass es den Menschen gut geht. Wohnungsbau, Bildung, Schutz vor Armut, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Digitalisierung, die klare Positionierung gegen Rechts - all das sind Themen, für die wir stehen.

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