Uli Proske, Ebersberger SPD-Bürgermeisterkandidat.
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Uli Proske, Ebersberger SPD-Bürgermeisterkandidat.

Wird der Ebersberger Wahlkampf jetzt schmutzig

SPD stocksauer: Brilmayer geht unter die Gürtellinie

  • Michael Acker
    vonMichael Acker
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Wird der bisher so faire Ebersberger Bürgermeisterwahlkampf auf den letzten Metern doch noch schmutzig? Es hat den Anschein. Die SPD jedenfalls ist stocksauer.

Ebersberg – Die Ebersberger SPD greift Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) im Vorfeld der Stichwahl am Sonntag, 29. März, scharf an. Brilmayer desavouiere den SPD-Kandidaten Uli Proske, dessen Dienstvorgesetzter er ist, sagen die Genossen.

Wahlempfehlung Brilmayers

Was ist geschehen? Brilmayer hat sich in Briefen und via Facebook an Wähler in der Kreisstadt gewandt – mit einer Wahlempfehlung für den CSU-Kandidaten Alexander Gressierer. Brilmayer erwähnt ausdrücklich, dass er sich nicht als Bürgermeister, sondern als „normaler“ Bürger äußere. „Wenn er das aber erwähnt, in welcher Funktion schreibt er dann?“, fragt sich SPD-Stadtrat Hans Mühlfenzl.

SPD: Proske ging für Brilmayer durchs Feuer

Dass Brilmayer den CSU-Kandidaten empfiehlt, verwundere nicht, so die Genossen. „Dass er als amtierender Bürgermeister und Dienstherr mit dieser Aktion den Leiter der Trinkwasserversorgung, einen ihm gegenüber stets loyalen Mitarbeiter der Stadt Ebersberg und langjährigen Kommandanten der Ebersberger Feuerwehr, der auch für Walter Brilmayer im wahrsten Sinne des Wortes durchs Feuer gegangen ist, desavouiert, ist weit unter der Gürtellinie und kann wohl nur mit einer gewissen  Panik auf Seiten der Ebersberger CSU erklärt werden“, sagt Mühlfenzl. Derzeit bereite Proske die Ebersberger Feuerwehren für ihre möglichen Einsätze im Zusammenhang mit der Coronakrise vor.

Mühlfenzl: Hätte er sich sparen können

Hans MühlfenzlSPD-Stadtrat

Mühlfenzl und die gesamte Ebersberger SPD finden, dass sich Brilmayer, „der sich ja gerne als Elder Statesman sieht, diese Aktionen hätte sparen können. Dies sehen im Übrigen angesichts der Rückmeldungen zahlreiche Ebersberger Bürgerinnen und Bürger auch so.“

Mühlfenzl: „Als ältestes Mitglied des Ebersberger Stadtrates durfte ich ja in der Weihnachtssitzung des Stadtrats immer ein Abschlusswort sprechen. 2019 war es mir ein Bedürfnis, Walter Brilmayer für seine menschliche und ausgewogene Amtsführung zu danken, denn die war maßgeblich für das kollegiale und konstruktive Klima im Ebersberger Stadtrat.“

Die aktuellen Wahlempfehlungen des CSU-Mannes Brilmayer, noch während seiner Amtszeit, hätten „leider viel von diesem Eindruck genommen“. 

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