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In Ebersberg sprudeln die Steuereinnahmen nicht mehr so üppig wie in den vergangenen Jahren.

Gewerbesteuer bricht ein

Hiobsbotschaft: Ebersberg muss kleinere Brötchen backen

Wer plötzlich weniger Geld verdient, kann sich auch weniger leisten. Oder er kauft auf Pump. So geht es er Stadt Ebersberg.

Ebersberg – Schlagartig „verdient“ die Stadt weniger. Genauer: Eine ihrer wichtigsten Einnahmequellen, die Gewerbesteuer, hat sich unerwartet um 1,3 Millionen verringert. Dies, weil ein großes Unternehmen der Kreisstadt den Rücken gekehrt hat. Die Folge: Weniger Investitionen, mehr Schulden.

Haushalt schränkt Handlungsspielraum stark ein

Josef Gibis aus der Kämmerei hat den Stadträten in ihrer jüngsten Vollversammlung einen Haushaltsplan für das laufende Jahr vorgelegt, der den Handlungsspielraum der Stadt stark eingrenzt. Gibis errechnete ein Gesamtvolumen des Haushaltes von voraussichtlich knapp 50 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 umfasste der Haushalt noch ein Volumen von etwa 30 Millionen Euro. „Es muss die Frage erlaubt sein, ob wir uns das eine oder andere überhaupt noch leisten können, so wünschenswert es auch wäre“, sagte Gibis.

Die Stadt hat viel investiert in den vergangenen Jahren: Innenstadt, Bahnhofsplatz, Wasserversorgung und nicht zu vergessen die Schulsanierung, die eine Rekordsumme von 20 Millionen Euro verschlungen hat – so viel wie laut Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) kein anderes Projekt jemals. Das alles hat große Löcher ins Stadtsäckel gerissen, die sich nur langsam wieder stopfen lassen, besonders wenn in den nächsten Jahren mehrere Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen fehlen werden.

Turnhallenneubau steht an

Die nächsten Projekte stehen bereits an: Turnhallenneubau an der Floßmannstraße, Sanierung des Mannschaftshauses am Waldsportpark, Arbeiten an den Gebäuden der Kindertagesstätten, Sanierung des Hallenbads, Instandsetzung der alten Bundesstraße 304, Digitalisierung der Schule, Investitionen in die Wasserversorgung und Umbau des alten Gemeindehauses Oberndorf.

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Damit diese Großprojekte weiter umgesetzt werden können, müssen Kredite aufgenommen werden: „Eine weitgehende Finanzierung aus dem Haushalt wie bisher wird in 2019 so nicht zu machen sein“, sagte Gibis. Neue Kredite in Höhe von rund sieben Millionen Euro seien erforderlich, rechnete er im Rathaus vor. Dadurch könnten die Gesamtschulden zum Jahresende auf 21 Millionen Euro anwachsen.

Brilmayer: Müssen sehr sparsam wirtschaften

Bürgermeister Brilmayer relativierte die Rechnung sofort. Zum einen würde der geplante Umbau des alten Gemeindehauses in Oberndorf zwar kurzfristig einiges kosten, aber durch die Mieteinnahmen der fünf neu entstehenden Wohnungen fließe das Geld künftig „quasi zur Hintertür wieder rein“.

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 Ähnlich stehe es bei den Ausgaben für das Baugebiet Friedenseiche VIII. Die Stadt hat die Grundstücke gekauft, will sie aber nächstes Jahr an die Häuslebauer wieder verkaufen. Außerdem habe man bereits Einiges für die Schuldentilgung zur Seite gelegt. Dennoch müsse sehr sparsam gewirtschaftet und könne nicht alles umgesetzt werden wie erhofft. Darin waren sich die Stadträte einig.

Uta Künkler


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