Die Stege am Klostersee in Ebersberg sind total marode. Sie müssen umfangreich instand gesetzt werden. 
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Die Stege am Klostersee in Ebersberg sind total marode. Sie müssen umfangreich instand gesetzt werden. 

Stege am Klostersee ruhen auf total verfaulten Pfosten – Holz zweiter Wahl verwendet

Klostersee-Sanierung doppelt so teuer wie geplant

Der Klostersee in Ebersberg gehört zu den beliebtesten Bademöglichkeiten im Landkreis. Dementsprechend müssen die Anlagen regelmäßig instand gehalten werden.

Ebersberg – Die Renovierung der Stege am Klostersee kommen die Stadt aber jetzt doppelt so teuer wie erwartet. Das hat Christian Pfeifer vom städtischen Bauamt auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt.

Weil die eichene Unterkonstruktion dermaßen verfault ist, müssen nicht wie geplant nur die Pfähle erneuert werden, sondern auch Streben, Querverbindungen und teilweise der Belag. Statt 16 000 Euro müssen dafür rund 30 000 Euro bereitgestellt werden. „Das werden wir auf alle Fälle auftreiben“, versprach Bürgermeister Uli Proske (SPD). „Gerade dieses Jahr brauchen die Ebersberger ihren Klostersee.“

Die wärmsten Wochen des Jahres stehen vor der Tür, und Corona hält diesen Sommer viele Ebersberger daheim. Umso wichtiger sind da die Freizeitziele in der direkten Umgebung, allen voran der Klostersee.

Pfähle unter den Stegen sind verfault

Ein Gutachten hatte im Frühjahr ergeben, dass dort die Pfähle unter den Stegen marode geworden waren. Als diese Woche nun die Renovierungsarbeiten starteten (wir berichteten), brachte die Demontage der Planken den ganzen Schaden zu Tage. Offenbar war vor 13 Jahren, als die Stege gebaut wurden, für solche Maßnahmen weniger geeignetes Splint- oder Kernholz verwendet worden, vermutet Pfeifer. Bürgermeister Proske spricht von „Holz zweiter Wahl“. Jedenfalls heiße es in der Fachwelt, dass Eiche auch im Wasser als Bauholz normalerweise 20 bis 25 Jahre halte, erklärte Pfeifer, der hofft, dass die neuen Balken also entsprechend lange tragen werden.

Fachfirma vom Chiemsee hilft aus

Innerhalb der nächsten zwei Wochen werden nun Mitarbeiter des städtischen Bauhofs zusammen mit einer Fachfirma vom Chiemsee einen Steg nach dem anderen erneuern. Proske hofft, dass bis Anfang Juli alles über die Bühne gegangen sein wird. Nicht angetastet wird vorerst der ebenfalls vor 13 Jahren errichtete Sprungturm. Für diesen wird derzeit erst noch ein Gutachten erstellt. „Wenn wir den auch noch erneuern müssen, dann wird das eine gesonderte Maßnahme, vermutlich erst im nächsten Jahr“, sagt Pfeifer.

Sicher baden und am Ufer entspannen

Damit die Leute im Klostersee sicher baden und sich am Ufer entspannt sonnen können, hat die Stadt außerdem ein anderes Ärgernis ins Visier genommen. An warmen Abenden, vornehmlich am Wochenende, feiert die Jugend dort gerne – und hinterlässt am nächsten Morgen Spuren. „Wir waren früher auch unten, ganz bestimmt wollen wir niemanden vertreiben“, betont Bürgermeister Proske. Aber ihren Müll, den sollten die jungen Leute doch bitte auch selbst entsorgen.

Bauhof muss Scherben wegräumen

„Es kann nicht sein, dass der Bauhof regelmäßig am Montagmorgen ausrücken muss und drei Stunden aufräumt, Bierflaschen und Pizzakartons einsammelt“, sagt Proske. Immer wieder gingen bei der Stadt Beschwerden von Bürgern ein. Und Glasscherben im Wasser würden regelmäßig auch zu Verletzungen von Badegästen führen.

Nun sind Mitarbeiter der Jugendpflege und der Sicherheitsdienst an schönen Abenden am Klostersee unterwegs, drehen ihre Runden und bitten die jungen Leute um mehr Rücksichtnahme. Erste Erfolge seien schon sichtbar geworden, vergangenes Wochenende sei es viel besser gewesen. „Man kann ja miteinander reden“, meint Proske.

VON UTA KÜNKLER

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