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Umzugspläne: Ebersberg lässt Energieagentur abblitzen

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Von: Michael Acker

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Die Räume im Erdgeschoss dieses Gebäudes stehen seit Jahren leer. Das Haus gehört der Kreissparkasse Ebersberg. Die Energieagentur Ebersberg-München würde gerne einziehen.
Die Räume im Erdgeschoss dieses Gebäudes stehen seit Jahren leer. Das Haus gehört der Kreissparkasse Ebersberg. Die Energieagentur Ebersberg-München würde gerne einziehen. © Stefan Rossmann

Die Energieagentur Ebersberg leidet an Platzmangel und will umziehen - in einen Laden, der schon lange leer steht. Doch die Stadt spielt nicht mit.

Ebersberg – Die Energieagentur Ebersberg-München, die derzeit in der Eichthalstraße gegenüber des Landratsamts untergebracht ist, würde gerne in die Altstadtpassage umziehen. Dort steht im Gebäude der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg seit langer Zeit ein Ladengeschäft im Erdgeschoss leer. Doch aus dem Umzug wird nichts. Zumindest vorerst nicht. Denn der Technische Ausschuss des Ebersberger Stadtrats stimmte einer Änderung des Flächennutzungsplans nicht zu.

SPD bedauert Entscheidung

Die Ablehnung erfolgte sehr zum Bedauern der SPD-Stadträte Elisabeth Platzer und Christoph Münch sowie des Bürgermeisters Uli Proske (SPD). „Mit dem Umzug der Energieagentur Ebersberg-München (EA) hätte diese einen gut sichtbaren Platz im Zentrum der Kreisstadt erhalten, der ihre Bedeutung im Zeichen der Energiewende unterstrichen hätte. Die geplante Einrichtung eines Kundenbereichs hätte zu einer besseren Erreichbarkeit geführt und somit die Nutzung der Angebote der EA verbessern können. Dadurch wären auch Attraktivität und Frequentierung der Altstadtpassage wahrscheinlich ebenso wie bei der ursprünglich auch von uns gewünschten Ladenfläche gestiegen und der Bereich zwischen Sparkasse und E-EinZ weiter belebt worden“, sind sich die SPD-Stadträte sicher. Wegen der in den letzten Jahren gewachsenen Mitarbeiterzahl der Agentur würden dringend zusätzliche Räume benötigt, da das Platzangebot zur Unterbringung aller Mitarbeiter in den bestehenden Räumlichkeiten in der Eich-thalstraße nicht mehr ausreichend sei und die Aufrechterhaltung des Angebots der EA nicht mehr sichergestellt sei.

Energieagentur muss raus

Das bestätigt Hans Gröbmayr, Geschäftsführer der Energieagentur, gegenüber der EZ. Man sei seit längerem auf der Suche nach einem neuen Büro, weil die jetzigen Räumlichkeiten vom Landratsamt benötigt würden, das aus allen Nähten platzt. Die Energieagentur beschäftigt derzeit 21 Mitarbeiter auf 125 Quadratmetern Fläche. In der Altstadtpassage stünden 250 Quadratmeter zur Verfügung.

Landratsamt hat das letzte Wort

Bürgermeister Uli Proske hat einerseits Verständnis für die Gegner des Umzugs, die in dem Sparkassengebäude lieber ein Ladengeschäft sehen würden, das die Altstadtpassage weiter beleben würde. Andererseits verweist er auf den jahrelangen Leerstand der Fläche. Gröbmayr sagt, dass die Energieagentur sich nicht als „reines Büro“ sehe, sondern durchaus regen Besucherverkehr vorweisen könne. Zudem könnte in den neuen Räumen das Energiespardorf für Schüler aufgebaut werden, das allein schon für zahlreiche Gäste sorge.

Grüne wollen keine Versicherung

Grünen-Fraktionssprecher Marc Block sagte der EZ, die Grünen seien  zu 100% für den Verbleib der Energieagentur in Ebersberg und möchten sie mit aller Kraft unterstützen. „Wir haben bei der Abstimmung im Technischen Ausschuss gegen eine Änderung des Flächennutzungsplanes der Altstadtpassage aus Sorge vor Einzug von Versicherungen oder anderen Büros ohne Publikumsverkehr gestimmt, um eine weitere Belebung der Innenstadt gemäß der Empfehlungen des integrierten Stadtentwicklunskonzeptes nicht zu gefährden.“

Nach Meinung der Grünen bedarf es in dem konkreten Fall des Umzuges der Energieagentur jedoch keiner Änderung des Flächennutzungsplanes der Altstadtpassage, da diese dort mit Dienstleistungen und pädagogischen Veranstaltungen ("Energie-Dorf") im Sinne des Stadtentwicklungskonzeptes einen wertvollen Anteil zur Bereicherung und Belebung der Innenstadt beitrüge. 

Noch ist nicht aller Tage Abend. Zwar hat die Stadt zunächst ihr Plazet verweigert, doch gibt es Anzeichen aus dem Landratsamt als Genehmigungsbehörde, dass dieser Beschluss einkassiert werden könnte.

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