Bundestagskandidatin Birgit Obermaier (Freie Wähler)
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Birgit Obermayer (Freie Wähler) sprach sich bei der Podiumsdiskussion für mehr Wasserstoffantriebe aus.

Nicht alle Kandidaten waren gewünscht

Klimawandel, Hochwasserschutz und Mobilität -Ebersberger Kandidaten im Schlagabtausch

  • Michael Seeholzer
    VonMichael Seeholzer
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Podiumsdiskussion mit Kandidaten des Wahlkreis Ebersberg und Erding zur Bundestagswahl 2021. Zwei Kandidaten hatten keine Einladung bekommen.

Ebersberg – Klimawandel, Hochwasserschutz, Mobilität und bezahlbares Wohnen waren die Schwerpunktthemen einer Podiumsdiskussion, zu der der BDKJ zusammen mit dem Kreisjugendring nach Ebersberg eingeladen hatte. Angetreten waren fast alle Direktkandidaten des Wahlkreises Ebersberg-Erding zur Bundestagswahl am Sonntag, 26. September. Nicht eingeladen waren dabei Peter Junker (AFD) und Alexandra Motschmann (Die Basis), gegen deren Positionen grundsätzliche Bedenken bestünden, wie der Veranstalter informierte.

Durch den Abend führte der Journalist Thorsten Rienth, der gekonnt dafür sorgte, dass sich die Podiumsteilnehmer kurz fassen mussten. Bis auf kleine Längen war die Veranstaltung recht kurzweilig, besonders auch in der Phase, wo die Kandidaten nur die Möglichkeit bekamen, mit einem einfachen „Ja“ oder „Nein“ auf Fragen zu antworten.

Cannabis legalisieren? CSU-Kandidat Andreas Lenz will sich nicht festlegen

Die Antwort des amtierenden Wahlkreisabgeordneten Andreas Lenz (CSU) auf die Frage nach seiner Meinung zur Legalisierung von Cannabis klang dabei ein bisschen wie der missglückte Zug aus einer Haschischpfeife, weil Lenz sich nicht recht festlegen wollte. Ansonsten sparten die Bewerber nicht mit klaren Statements.

Deren Lösungsansätze allerdings könnten manchem Zuhörer auf dem Land die Sorgenfalten auf die Stirne treiben, was etwa die Mobilität in der Fläche oder in den Südgemeinden des Landkreises betraf. Magdalena Wagner (SPD) will da vor allem auf eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs dringen, damit die Autos zuhause stehen bleiben können. „Nicht eine halbe Stunde oder 20 Minuten auf den nächsten Bus warten zu müssen“, schlug sie vor, während Lenz sagte: „Ich bin nicht der Meinung, dass man individuelle Mobilität verbieten sollte“.

Gegensätzliche Meinungen zum Wasserstoffantrieb im Straßenverkehr

Podiumsdiskussion der acht Direktkandidaten für die Bundestagswahl 2021 in Ebersberg.

Der FDP-Kandidat Marc Salih sah die Verantwortung für das eigene Verbrauchsverhalten im Straßenverkehr hingegen „in der Entscheidung jedes Einzelnen“. „Es ist auf alle Fälle richtig, dass umweltschädliche Produkte teurer werden“, stimmte Charlotte Schmidt (ÖDP) die Verbraucher schon mal auf drastische Preissteigerungen ein – etwa beim Treibstoff. Auch beim Thema Energiewende und Autofahren waren die Positionen gegensätzlich: Christoph Lochmüller (Grüne) erteilte als Ingenieur der Wasserstofftechnologie eine Absage: „Ist in Pkw ineffizient“, warnte er, während Birgit Obermaier (Freie Wähler) sagte: „Wir brauchen mehr Wasserstoff“.

Ihrer Meinung nach kommt bei der Energiewende darüber hinaus den Bauern eine besonders wichtige Rolle zu: Das Thema könne „nur mit Hilfe der Landwirte weitergetrieben werden, weil die investieren müssen und auch würden.“ Ein kostenloser weil steuerfinanzierter öffentlicher Nahverkehr hingegen ist für Simone Binder (Bayernpartei) ein Kapitel aus dem Sammelband Luftschlösser. „Lieber erst einmal ausbauen“, plädierte sie für kleine Schritte. Tobias Boegelein (Die Linke) glaubt, dass man der Akzeptanz der öffentlichen Verkehrsmittel ganz kurzfristig auf die Beine helfen könnte: „Attraktivität über den Preis greift sehr schnell“, meinte er.

Diskussion sowohl vor Ort als auch im Netz - bis zu 20 Online-Teilnehmer gleichzeitig

Die Veranstaltung war eine Mischung aus Präsenzdiskussion und virtueller Fragerunde. Über einen Internetchat hatten Besucher am Rechner von zuhause aus die Möglichkeit, ihre Fragen an die Kandidaten zu richten. Im Saal etwa hatten sich knapp 40 Personen eingefunden im Chat waren es zu Spitzenzeiten etwa 20 Teilnehmer. Das könnte die Frage nach der Akzeptanz des Formates „Podiumsdiskussion“ aufwerfen, besonders auch dann, wenn man von den Anwesenden noch die Funktionäre abziehen würde.

Virtuell wurden auch die Themen Hochwasserschutz im Landkreis und vor allen Dingen bezahlbares Wohnen angesprochen, wo die Kandidaten mehrheitlich die Kommunen in der Pflicht sahen. Zum Streit kam es nicht, und Seitenhiebe etwa von Lenz auf Lochmüller wegen einer angeblichen Klagefreudigkeit der Grünen, die Genehmigungsverfahren verlängere, blieben die Ausnahme. Auch Wagners Vorwurf in Richtung Lenz, was die Schaffung eines effizienten Mietendeckels betrifft, blieb harmlos.

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