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Für Solidarität und Wissenschaft: „Bunt statt Braun“ und Respekt @ Poing“ veranstalten Corona-Kundgebung

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Von: Raffael Scherer

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Martha Balzer mit einem „Bunt statt Braun“-Schild.
„Die wirklich größte Demonstration findet täglich in unseren Impfzentren und Arztpraxen statt“, sagt Marthe Balzer vom Bündnis „Bunt statt Braun“. © Stefan Roßmann

Nicht nur Querdenker und Maßnahmengegner demonstrieren im Landkreis. Marthe Balzer erklärt, wie sie die anders denkende, stille Mehrheit zu Wort kommen lassen will.

Ebersberg – Das Bündnis „Bunt statt Braun“ lädt mit der Initiative „Respekt @ Poing“ für kommenden Samstag, 15. Januar, ab 11 Uhr auf den Ebersberger Marienplatz ein. Unter dem Motto „Mit Solidarität und Wissenschaft durch die Pandemie!“ möchten sie überparteilich den Leidenden und Opfern der Pandemie per Kundgebung gedenken. Marthe Balzer, Sprecherin von „Bunt statt Braun“ Ebersberg, über Spaziergänge, Rechtsextremismus und Wissenschaft.

Veranstaltungen der Maßnahmengegner sind im Landkreis nichts Neues. Warum nun diese Kundgebung?

An uns wurde der vielfache Wunsch herangetragen, dass man ein Zeichen setzt für Solidarität und für den Zusammenhalt. Dass man den Menschen gedenkt, die an Corona gestorben sind oder an den Spätfolgen leiden. Und natürlich auch an all jene, die in den letzten zwei Jahren im Gesundheitswesen Großartiges geleistet haben.

Ihre Demo wurde als „ruhige Veranstaltung“ angekündigt. Was kann man sich darunter vorstellen?

Wir möchten keine Sprechchöre, sondern sichtbar machen: Die allergrößte Mehrheit im Landkreis verhält sich absolut solidarisch. Sie hält Abstand, lässt sich testen und impfen, trägt selbstverständlich Maske und fühlt sich auch nicht schrecklich in ihren Grundrechten beschränkt. Dieser großen, stillen Mehrheit eine Plattform zu geben, das ist unser Anliegen.

Sprecherin von „Bunt statt Braun“ stellt klar: Nicht alle Spaziergänger sind Nazis

Wie passt da „Bunt statt Braun“ ins Spiel? Sind auf den Spaziergängen denn alle rechtsextrem?

Nein. Nicht alle, die dort spazieren, sind Nazis. Da sind auch ganz normale Menschen dabei. Und klar darf man demonstrieren. Es ist aber auch kein Problem, sich dann von Rechtsextremen zu distanzieren. Loszulaufen, ohne zu wissen, wer dahintersteckt, oder sich klar abzugrenzen, sehen viele sehr kritisch. Vor allem, weil auch viele rechtsextremen Kräfte dazu aufrufen.

Viele Kritiker sprechen von einer Spaltung. Sehen Sie die auch?

Ich glaube nicht. Die wirklich größte Demonstration findet täglich in unseren Impfzentren und Arztpraxen statt. Im Vergleich: Wie viele Menschen gehen auf Spaziergänge und wie viele gehen nicht auf Spaziergänge? Ich würde mal sagen, die Mehrheit nicht. Gerade deshalb ist diese Kundgebung bewusst überparteilich und wird von den demokratischen Parteien im Landkreis sehr unterstützt. Wir stehen als Gesellschaft zusammen.

Eine geplante Versammlung gegen Versammlungen: Laut dem Bündnis kein Widerspruch

Die Wissenschaft rät derzeit, auf Ansammlungen zu verzichten. Steht das mit der Veranstaltung nicht im Widerspruch?

Wir haben auch lange überlegt, ob und wie wir das machen können. Darum ist die Veranstaltung im Freien, wir achten auf die Maßnahmen und erwarten das auch von jedem unserer Teilnehmer. Uns wurde zum Beispiel auch keine Maskenpflicht vorgegeben, wir rufen aber trotzdem dazu auf. Wir haben uns mit der Polizei abgesprochen und darauf geachtet, dass wir wirklich viel, viel Platz haben und die Menschen gut auseinander bleiben können.

Wenn dann weniger Menschen auftauchen als bei den Spaziergängen, wäre das nicht Wind auf den Mühlen der Maßnahmengegner?

Ja, es ist schwierig. Aber die Rückmeldungen auf die Veranstaltung waren bisher außerordentlich viele und positiv. Und für die Teilnehmer ist es wichtig zu sehen: Es gibt viele Menschen, die auch mit mir zusammenstehen.

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