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Eva Maria Volland, DGB-Kreisvorsitzende, fordert auf zur Teilnahme an der Kundgebung zum Tag der Arbeit.

Tag der Arbeit: DGB-Kreisverband beklagt schwindende Tarifbindung

Hier liegt Bayern auf dem letzten Platz

Der Kreisverband Ebersberg des Deutschen Gewerkschaftsbunds legt in diesem Jahr einen Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Erinnerung an die Ereignisse vor hundert Jahren.

Landkreis – Die Revolution von 1918/19 hat den arbeitenden Menschen wichtige Errungenschaften gebracht und den Grundstein für unsere Demokratie gelegt.

Wichtiger Schritt für Frauen

 Der Acht-Stundentag und die Einführung von Betriebsräten sind hier für die Gewerkschaft ebenso zu nennen wie das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht. Die Verankerung des Frauenwahlrechts sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Frauen zur politischen und gesellschaftlichen Emanzipation gewesen. Dass einmal errungene Rechte und Freiheiten immer wieder verteidigt werden müssen, zeige sich in der Gegenwart sehr deutlich. Der Kampf um Marktanteile und steigenden Profit werde immer stärker auf dem Rücken der arbeitenden Menschen ausgetragen, beklagt der Kreisverband der Gewerkschaft: unbegrenzte Verfügbarkeit und Zwang zu Überstunden auf der einen Seite, prekäre Arbeitsverhältnisse mit Niedrigstlöhnen und Zwang zu Teilzeit und Minijobs auf der anderen Seite. Dazu erklärt die DGB-Kreisvorsitzende Eva Maria Volland: „Der DGB-Tarifreport von 2018 hat gezeigt: Nur noch 53 Prozent der bayerischen Beschäftigten werden nach Tarif bezahlt. Vor der Jahrtausendwende waren es noch 83 Prozent. Bayern liegt auf dem letzten Tabellenplatz der westdeutschen Bundesländer. Sogar Sachsen-Anhalt droht den Freistaat bei der Tarifbindung zu überholen.“

Signal gegen Intoleranz

Vom 1. Mai 2019 müsse ein klares Signal gegen Intoleranz, Nationalismus, Rassismus und Rechtspopulismus ausgehen. Die Mehrheit der Menschen wolle ein friedliches Zusammenleben auf der Basis der Menschenrechte. Hinzu komme eine schleichende Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas durch rassistisches und sexistisches Gedankengut, das ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben erschwere und unterhöhle. Diese Entwicklungen seien nicht nur in Deutschland, sondern europaweit zu beklagen.

Soziale Interessen im Mittelpunkt

Der Kreisverband Ebersberg unterstützt deshalb den Aufruf des DGB-Bundesvorstands zum Tag der Arbeit 2019, der aus Anlass der Europawahlen am 26. Mai die EU in den Blick nimmt. Aus Sicht des DGB-Kreisverbandes müssten die sozialen Interessen der Bürger im Mittelpunkt der Politik stehen, nicht die der Unternehmen. Außerdem müssten europaweite Standards als Basis für gute Arbeitsbedingungen in der ganzen EU gelten. Erforderlich sei darüber hinaus eine EU-Gleichstellungsstrategie, um die weiterhin bestehende Benachteiligung von Frauen abzubauen und ein Programm für Zukunftsinvestitionen, das Arbeitsplätze, Bildung, Infrastruktur und Wohlstand für alle sichert und fördert.

„Alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgefordert, sich an der Europawahl zu beteiligen und für diejenigen Parteien zu stimmen, die sich für eine solidarische und gerechte Europäische Union einsetzen“, so Volland.

Aufruf zum Tag der Arbeit

Der DGB-Kreisverband Ebersberg ruft zur Teilnahme am Tag der Arbeit in München auf: „Europa. Jetzt aber richtig!“: Die Demonstration beginne um 9.45 vor dem Gewerkschaftshaus. Um 11 Uhr starte die Hauptkundgebung am Marienplatz, Hauptredner sei in diesem Jahr der bayerische DGB-Vorsitzende Matthias Jena.

Im Anschluss finde wieder das Familienfest statt, bevor abends die DGB-Jugend mit ihrem laut.stark-Festival übernimmt.  ez

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