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Dorthin, wo die Menschen sind: Christvespern an Weihnachten über ganz Ebersberg verteilt

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Von: Helena Grillenberger

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Ökumenische Harmonie: Die Pfarrer Josef Riedl (li., kath.) und Edzard Everts (ev.) in der festlich geschmückten Ebersberger Kirche St. Sebastian.
Ökumenische Harmonie: Die Pfarrer Josef Riedl (li., kath.) und Edzard Everts (ev.) in der festlich geschmückten Ebersberger Kirche St. Sebastian. © Stefan Roßmann

Während in anderen Gemeinden die Kirchen an Weihnachten geschlossen bleiben, maximal einen Online-Gottesdienst angeboten wird, haben sich die Ebersberger Pfarrer Edzard Everts (evangelisch) und Josef Riedl (katholisch) etwas Besonderes überlegt: Wie auch im vergangenen Jahr findet heuer eine ökumenische Ebersberger Weihnacht statt.

Ebersberg - Sie hätten schon öfter über ein gemeinsames Weihnachtsfest nachgedacht, sagt Everts, die Kirche sei aber doch so eine Art „religiöses Wohnzimmer“, in dem man dann auch Weihnachten feiern wolle. Aus diesem Wohnzimmer wurden sie aber vom Coronaverus vertrieben, „es war also völlig klar, dass wir was gemeinsam machen“.

Riedl erklärt, die Ebersberger Weihnacht im vergangenen Jahr sei aus der Not heraus geboren worden: „Das war improvisiert und wir haben was ausprobiert“, sagt er. Zur Christvesper um 16 Uhr habe er vor Corona über 800 Leute in der Kirche gehabt. Auch wenn das Leben dieses Weihnachten wieder etwas normaler ist als 2020 – 800 Menschen auf engstem Raum sind unvorstellbar.

Pfarrer Edzard Everts: Eine Kirche, die dahin geht, wo die Menschen sind

Deshalb wollen sie auch an diesem Heiligabend um 16.30 Uhr kleine weihnachtliche Feiern über die ganze Stadt verteilt anbieten, so Riedl. Und Everts ergänzt: „Dahinter steht auch ein Kirchenbild – eine Kirche, die nicht erwartet, dass die Menschen zu ihr kommen, sondern die dahin geht, wo die Menschen sind.“ Das schließt auch die Menschen ein, die nicht die Möglichkeit haben, das Haus zu verlassen. Daher findet etwa eine Andacht am Reischlhof statt. Möglich wird das alles durch die Unterstützung, die sie aus ihren Gemeinden erfahren.

Weihnachten sei auch immer eine Zeit, in der erhöhter Bedarf an Seelsorge bestehe, Corona oder nicht. Gerade, wenn sich alles ins Häusliche zurückzieht, werde Einsamkeit besonders unerträglich. Das Angebot werde daher auch um Weihnachten herum besonders dankbar angenommen: „Den Menschen das Gefühl geben: Ich bin nicht allein und ich werde gesehen“, so Everts. Auch deshalb sei die Idee im letzten Jahr wohl so gut angekommen, vermuten die beiden Pfarrer, weil mit Weihnachten so viele Emotionen verbunden sind. Und das Fest trotz der momentanen Situation in Gemeinschaft erleben zu können, sei einfach etwas ganz besonderes.

Pfarrer Josef Riedl: „Das hat einen ganz besonderen Reiz.“

Was den beiden im vergangenen Jahr besonders auffiel: Dass auch Menschen, die seit Jahren nicht mehr in der Kirche waren, die Christvespern besucht haben. „Das hat einfach einen besonderen Reiz, eine kleine Andacht im eigenen Viertel“, sagt Riedl. Und es sei nicht so voll wie in der Kirche an Heiligabend.

Auch, wenn es einen erheblichen Mehraufwand an Organisation und Kosten erfordert: Ganz ausschließen wollen die beiden Pfarrer eine Fortführung auch nach Corona nicht. Es gebe ein paar Standorte, die die Menschen besonders verzaubern. Ein, zwei Stationen könne man daher vielleicht künftig beibehalten.

Weitere Informationen: Orte, Zeiten und weitere Informationen unter www.ebersberg-evangelisch.de oder www.st-sebastian.de.

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