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Im Ebersberger Rathaus wurden die Modelle präsentiert, wie das Gebiet "Friedenseiche VIII" bebaut werden könnte.

Ebersberger Baugebiet "Friedenseiche VIII"

Neue Heimat für 600 Menschen

Ebersberg - Grundstücke im Einheimischenmodell, Mehrfamilienhäuser für Generationenwohnen und ähnliche Projekte: Neugierig sind die Ebersberger auf das geplante Neubaugebiet „Friedenseiche VIII“ Richtung Egglburger See.

So neugierig, dass sich rund 150 von ihnen am Samstag im Sitzungssaal des Rathauses drängten, um die ersten Architekten-Entwürfe zu begutachten.

Wir werden ja direkt überrannt!“ Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) hatte mit so viel Interesse nicht gerechnet, „dann wären wir gleich in den Stadtsaal oder ins alte kino gegangen“. Aber wie hätte er es auch besser wissen können? Es war das erste Mal überhaupt, dass die Stadt Pläne zu einem Baugebiet in der Öffentlichkeit vorstellt, noch bevor der Technische Ausschuss des Stadtrats – das vorberatende Gremium – auch nur einen einzigen Blick darauf geworfen hat. Unter den Gästen waren viele junge Familien, die sich offensichtlich für Einheimischenbauland interessieren. Aber auch Nachbarn, die sich vor allem über die geplante Wegeführung informieren wollten. Denn schon seit langem hieß es aus dem Rathaus, für Friedenseiche VIII wird eine neue Zufahrt auf die B304 geschaffen.

Interesse ist groß

Das Interesse an Friedenseiche VIII ist groß, schließlich sollen hier, im Osten der Stadt am Eck zwischen Edeka und Egglburger See, letzten Endes rund 600 Menschen eine neue Heimat finden. 600 Menschen, das ist kein Pappenstiel. Damit würde sich die Einwohnerzahl ganz Ebersbergs um gut fünf Prozent vergrößern. Doch das wird nicht schlagartig passieren.

Zunächst dreht sich alles um einen ersten 8000-Quadratmeter-Streifen direkt westlich angrenzend neben den bestehenden Wohnhäusern. Dieser erste Bauabschnitt soll nach dem Wunsch des Bürgermeisters in einem Jahr durch das Bebauungsplanverfahren hindurch sein. Ende 2017 sollen dann die Grundstücke vergeben sein und die Bauwerber mit der Planung beginnen. Die Stadt besitzt bisher nur den Grund für diesen ersten Abschnitt und hat einen weiteren Streifen im Süden zumindest in Aussicht. Die Kaufverhandlungen für die weiteren Flächen sind noch lange nicht in trockenen Tüchern. Ob sich diese noch fünf oder auch 20 Jahre lang hinziehen, sei nicht vorhersehbar, sagte Brilmayer.

Planung soll aus einem Guss werden

Trotzdem ließ die Stadt ein Plangutachten über das gesamte Gebiet erstellen – es soll aus einem Guss sein. Fünf Architekturbüros hatte die Kommune eingeladen, erste Ideen zu Papier zu bringen. Diese sind eine Basis, auf der die endgültige Planung aufbauen soll. Eine Jury von 15 Fachleuten unter der Leitung von Professor Hermann Brenner hat der Stadt Ebersberg zwei der fünf Vorschläge ans Herz gelegt. Erstens eine sehr offene Planung des Münchner Büros Laux, die mit Gebäudegruppen in Anlehnung an landwirtschaftliche Vierseithöfe spielt. Während diese Planung den Bauherren eine größtmögliche Offenheit erhalten will, ist der zweite Entwurf der Passauer Architekten Wenzl – der Favorit der Jury – das exakte Gegenteil. Hier dominieren strenge Reihen von fast quadratischen Einfamilienhäusern auf 300 Quadratmeter kleinen Grundstücken. Ungewöhnlich sind die ebenerdigen Parkgaragen unter den Wohnräumen im ersten und zweiten Stock. 

Es gibt auch Kritik

Am südlichen Rand des Baugebiets sind zudem einige Reihenhäuser geplant, und im ersten Bauabschnitt angrenzend an die bestehende Bebauung würden vier Mehrfamilienhäuser untergebracht. Brenner lobte an dieser Planung die vielen Fußwege durchs Grüne und die möglichst wenig störende Erschließung per Straße. „Für mich sieht das aus wie das Prinzip ,maximaler Ertrag auf minimaler Fläche’“, kritisierte indes ein Besucher die Enge der geplanten Bebauung. „Wo bleibt denn da die Lebensqualität?“ Der Unterschied zur jüngsten Einheimischensiedlung „Am Doktorbankerl“, die mit großen Grundstücken sehr luftig daherkommt, sticht sofort ins Auge. Bürgermeister Brilmayer rechtfertigte die Planung: „Umso großzügiger man’s macht, umso weniger Familien können wir Bauland bieten."

Der Technische Ausschuss wird sich am 8. März in einer öffentlichen Sitzung mit den Plänen befassen. 

Uta Künkler

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