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Landunter in Ebersbergs Führerscheinstelle: Jeder will den neuen „Lappen“

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Von: Raffael Scherer

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Ein Führerschein aus Papier liegt auf einem Geldbeutel neben Autoschlüsseln.
Egal ob rosa oder grau: Ab heute sind die ersten Papierführerscheine in Deutschland ungültig (Symbolbild). © DPA

Ende für die ersten Scheine aus Papier: Großer Andrang herrscht bei der Führerscheinbehörde in Ebersberg. Denn für einige Führerscheinbesitzer läuft nun die Frist ab.

Ebersberg – Es gibt viel zu tun in der Führerscheinstelle Ebersberg. Teamleiter Josef Köll und seine Kollegen arbeiten auf Hochtouren, die nächsten freien Termine gibt es dort erst wieder Anfang März. Grund dafür: Ab 19. Januar sind alle Papierführerscheine der Jahrgänge 1953 bis 1958 ungültig. Das betrifft laut Köll im Landkreis Ebersberg genau 6040 Personen: „Davon waren bis zum Jahreswechsel knapp 2000 da, die anderen 4000 stehen gerade bei uns auf der Matte.“

Obwohl auf all jenen Scheinen „unbefristet gültig“ steht, werde nun durch den Führerscheintausch das 2019 beschlossene EU-Recht umgesetzt: Alle 15 Jahre eine neue Plastikkarte soll zur Fälschungssicherheit beitragen, sagt Köll. Außerdem sehen die neuen Führerscheine in der ganzen EU gleich aus, sodass sich international bei der Anerkennung und Lesbarkeit leichter getan werde. Laut Köll ist vielen gar nicht bekannt: In den meisten anderen EU-Ländern wird die in Deutschland noch gültige Fahrerlaubnis auf Papier schon gar nicht mehr akzeptiert. „In Spanien zum Beispiel können Sie kein Fahrzeug mehr mit altem deutschen Führerschein mieten“, so der Leiter. Im schlimmsten Fall könne sogar ein Bußgeld fällig werden.

Rund 40 neue Führerscheine pro Tag: Führerscheinstelle in Ebersberg arbeitet auf Hochtouren

Jeder, der seinen Führerschein umtauschen möchte, muss zum Termin einen gültigen Ausweis, ein biometrisches Foto, nicht älter als ein Jahr, sowie seinen bisherigen Führerschein mitbringen. Der Neue kostet 25,30 Euro und kann laut Köll derzeit nach etwa drei Wochen abgeholt werden. Bis dahin zählt der alte, entwertete Führerschein samt Quittung als Fahrerlaubnis. Seit 2019 ist die ablaufende Frist in Deutschland bereits bekannt, aber: „Viele geben auch zu, dass sie sich einfach bisher nicht darum gekümmert haben“, so Kölls Erfahrung. Andere hätten es wiederum einfach übersehen.

Rund 840 Termine bearbeitet die Führerscheinstelle diesen Monat. Im Durchschnitt mache das etwa 40 Führerscheine pro Tag. Davon etwa ein Viertel Ersterteilungen, der Rest um den alten Führerschein auszutauschen, so der Leiter. Der Kreistag habe dafür zumindest eine der zwei geforderten Extra-Stellen bewilligt, so Köll.

Abgelaufene Frist: Alte Führerscheine werden bis Juni nicht geahndet

Doch auch jüngere Jahrgänge suchen bereits den Weg zur Führerscheinstelle: Denn die Papiere der Jahrgänge 1959 bis 1964 sind nur noch bis zum 19. Januar 2023 gültig. Bis 2033 sollen dann schließlich alle Führerscheine aus Papier ersetzt worden sein. „Gleichzeitig laufen dann die ersten befristet ausgestellten Führerscheine aus, das heißt dieser Führerscheintausch wird uns auch nach der Pflichtumtauschaktion begleiten“, so der Leiter.

Aber keine Sorge für all jene, deren Frist gerade abläuft: „Die Polizei hat die Anweisung, das bis zum 30. Juni nicht zu ahnden“, so Köll. Aufgrund des derzeitigen Andrangs bittet er: „Die, die noch nicht dran sind, bitte nicht auch noch jetzt daherkommen.“

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