Menschenmenge beim Public Viewing in Deutschland.
+
Das waren noch Zeiten, als der Fußball die Massen ins Freie lockte. Diese Aufnahme entstand 2014 in Poing bei einem Spiel der deutschen Mannschaft bei der Fußball-WM im Jahr 2014.

Fußball EM 2021

Kaum Interesse: Nur wenige Wirte im Landkreis Ebersberg wollen Public Viewing anbieten

  • Raffael Scherer
    vonRaffael Scherer
    schließen

Im Landkreis Ebersberg ist bei der diesjährigen Fußball-EM die Nachfrage für Public Viewing sehr gering. Viele Wirte verzichten deshalb dieses Jahr auf die Ausstrahlung der Spiele.

Landkreis – Eine große Leinwand in der Mitte. Außen herum fiebern die Zuschauer leidenschaftlich mit. Von allen Seiten hört man ein lautes Stöhnen, wenn der Ball daneben geht und ein lautes Jubeln, wenn ein Tor fällt. Doch das gemeinsame Public Viewing scheint dieses Jahr auf weniger Interesse als in den Jahren zuvor zu stoßen. Denn nur noch wenige Gaststätten im Landkreis bieten zur beginnenden Fußball-Europameisterschaft Public Viewing im klassischen Sinne an.

So erklärt etwa Elisabeth Schwaiger, stellvertretende Geschäftsleiterin des gleichnamigen Hotel-Cafés in Glonn, dass derzeit noch nichts in diese Richtung geplant sei. „Wir schauen erst einmal, ob überhaupt Leute kommen“ erklärt sie, da erst seit Montag wieder Gäste auch im Innenbereich sitzen dürfen. Sie glaubt, dass das Interesse an dem Sport generell nachgelassen habe: „Fußball hat durch Corona seinen Stellenwert verloren“, sagt Schwaiger. Sollte spontan eine riesige Nachfrage nach den Spielen entstehen, könne noch spontan reagiert werden.

Public Viewing in Ebersberg: Emotionen und Hygieneschutzmaßnahmen bei EM-Spielen schwer vereinbar

Ähnlich geht es der Kugleralm in Ebersberg. So erklärt Inhaber Korbinian Kugler, dass die Überlegung zum Public Viewing durchaus da gewesen sei. Aber: „Es ist schwer still zu sitzen, bei all den Emotionen die da hochkommen“, sagt Kugler. Und genau das sei derzeit, gemeinsam mit festen Sitzplätzen, Platzreservierungen und Abstandsregeln, die Voraussetzung. Daher habe sich die Kugleralm dagegen entschieden. Es würden zwar schon die Spiele am Fernseher gezeigt, aber nicht aktiv zum Public Viewing aufgerufen.

Nach diesem Konzept richtet sich auch das Restaurant Weissenfelder in Vaterstetten. Laut dem Restaurantleiter Christian Vogelsang hat das Interesse an Fußballspielen bereits die vorherigen Jahre mehr und mehr abgenommen. So jedenfalls seine Beobachtung: „Es kommen zwar noch ein paar Vereinzelte, aber die Meisten sehen sich die Spiele dieses Jahr eher daheim an“ sagt er.

Public Viewing in Ebersberg: Kneipen setzen weiter auf gemeinsames Mitfiebern

Die, die noch versuchen, ein ordentliches Public Viewing auf die Beine zu stellen, sind die Kneipen. So erklärt etwa René Tiefnig von der Oldies Bar in Poing, er sei bereits drinnen wie draußen in den ersten Vorbereitungen: „Wir sind noch am Rätseln, ob wir draußen die Leinwand verwenden dürfen oder nur den Fernseher, aber Public Viewing gibt es sicher“, sagt er. Unter Leuten sei das Fußballerlebnis eben schöner, als allein daheim.

Darauf hofft auch Ingrid Fraunberger vom Sound Café in Markt Schwaben. Dort gibt es drinnen eine Leinwand und draußen, je nach Wetter, einen Fernseher. „Ich zeige alle Spiele, wenn möglich“ sagt sie. Sie ist sich sicher, dass die Corona-Pandemie einen großen Einfluss auf ihre Gäste genommen hat: „Das Publikum ist nicht mehr so, wie es mal war. Es geht nicht mehr so oft hinaus und ist das Daheimbleiben gewöhnt“, sagt Fraunberger. Sie hofft, dass sich das in der kommenden Zeit noch ändert.

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Ebersberg-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare