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Ein Prosit auf das 50-Jährige Bestehen: (v. l.) Rita Grampp mit dem erstem Minipokal, Stefan Kisters, die Gründungsmitglieder Winni Schütze, Richard Stangl und Ewald Schurer sowie Franziska Herbst.

HVS Ebersberg

Pokal aus der Wundertüte 

Ebersberg - Seit 50 Jahren gibt es in Ebersberg einen privaten Fußball-Club. Die Kinder, die ihn anlässlich der Weltmeisterschaft 1966 gegründet haben, sind längst erwachsen. Sie halten aber immer noch zusammen.

Ebersberg – Es gibt große Jubiläen und eher kleine. Es gibt auch die ganz kleinen, von denen kaum einer Notiz nimmt. So eines ist das 50-jährige Jubiläum des privaten Ebersberger Fußballclubs HVS. Der feierte am Montag seinen 50. Geburtstag – in kleinem Rahmen. Am Samstag, 30. Juli 1966, fand das Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft im Londoner Wembley-Stadion statt.

Unter dem Eindruck dieses dramatischen Finales, das Deutschland nach Verlängerung mit 2:4 verlor, beschloss Winni Schütze, damals 13 Jahre alt, jetzt Ebersberger Diakon, einen Pokal zu stiften, der zwischen zwei Mannschaften ausgetragen werden sollte. Der Pokal stammte aus einer Wundertüte und war aus Plastik. Als er seinen Freunden Josef Portenlänger, Richard Stangl, Georg Birkmaier und Alexander Binsteiner den Plan eines eigenen Pokal-Endspiels vortrug, waren alle begeistert und man gründete gleich einen eigenen Verein, der um diesen Pokal spielen sollte. 

Das passierte am Montag, 1. August 1966, um 10 Uhr. Ort der Gründung war das Gelände der heutigen Steuerkanzlei Grampp und Herbst in der Heinrich-Vogl-Straße in Ebersberg. Als Vereinsname wurde der Gründungsort herangezogen und der private Fußballclub hieß von nun an 1. FC Heinrich-Vogl-Straße abgekürzt „HVS“. Als Mitgliedsbeitrag wurden zehn Pfennige pro Monat festgesetzt. Als Kapitän wurde Winni Schütze und Richard Stangl zum Spielertrainer gewählt. 

Das Gründungsspiel endete unentschieden - 24:24

Gleich am Nachmittag dieses Montags wurde das Training aufgenommen. Das erste „urkundlich“ erwähnte Spiel fand auch gleich auf dem Gründungsgelände statt. Das kleine Spielfeld im Garten führte zu einem Endergebnis von 24:24. Am 5. August 1966 kam es dann zum heiß ersehnten Pokalspiel auf dem Trainingsplatz des Ebersberger Sportplatzes. Der HVS gewann den Pokal mit 13:4 gegen eine Auswahl anderer Buben aus der Gegend rund um den Ebersberger Marienplatz. Der erste Pokalerfolg des neuen Vereins wurde dann auch mit Limo gebührend gefeiert. 

Was an jenem Tag als „Bubentraum“ in den Sommerferien begann, hielt über Jahrzehnte an. In den folgenden Jahren wuchs die Mitgliederzahl des Vereins und der Begriff „HVS“ wurde in Ebersberg immer bekannter. Auch wenn diese kleine Privatmannschaft natürlich nicht die Bedeutung eines eingetragenen Vereins haben kann, so gelang es doch im Laufe der Jahrzehnte gewisse Schwerpunkte zu setzen. So seien hier die Kontakte mit den damaligen Goethe-Instituten in Ebersberg und Grafing erwähnt. Neben den oft spannenden Spielen mit den ausländischen Studenten wurden auch viele freundschaftliche Kontakte geknüpft.

Jeden Sonntag kickt der HVS mit Asylbewerbern

Auch wenn es in den letzten Jahren, aufgrund des fortgeschrittenen Alters vieler aktiver Spieler nicht mehr so viele fußballerische Höhepunkte wie früher gab, so war doch der HVS eine der ersten Möglichkeiten, für die Asylbewerber in Ebersberg in Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung zu kommen. Seit Mai 2014 bis hinein in unsere Tage treffen sich sonntags um 10 Uhr Fußballer des HVS und Asylbewerber auf dem Bolzplatz an der evangelischen Kirche zum freundschaftlichen Fußballspiel. 

Wenn auch der HVS keine bedeutenden sportlichen Leistungen in den vergangenen 50 Jahren erbracht hat, so ist der Gründungstag am 1. August 1966 durchaus ein Datum, das gefeiert werden kann. Freundschaften, die vor 50 Jahren geschlossen wurden, haben bis zum heutigen Tag gehalten. Freundschaften, die ohne die Gründung des HVS nie entstanden wären. Dies allein ist schon ein guter Grund zum Feiern. Übrigens gründete Bürgermeister Walter Brilmayer damals, im Herbst 1966, eine Gegenmannschaft, die „Adler 66“. Beim HVS war der erste Erfolgstrainer der spätere Bundestagsabgeordnete Ewald Schurer. ez

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