Martina Eglauer und Thomas Warg wollen den Ebersberger Hörpfad mit neuen Geschichten beleben. Foto: sro

Mit Geschichten Geschichte bewahren

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Ebersberg - Hier gibt's was auf die Ohren: Die Vhs-Leiterin Martina Eglauer und der Historiker Thomas Warg starten eine neue Hörpfadserie in Ebersberg.

Alte Menschen können oft spannende Geschichten erzählen. Geschichten, die das Leben schrieb, oder die in einem langen Leben passiert sind. Und wenn sich diese Geschichten dann auch noch in der unmittelbaren Heimat ereignet haben, sind die Menschen, die sie erlebt haben, genau die richtigen für einen Hörpfad, den der Historiker Thomas Warg zusammen mit Martina Eglauer, Leiterin der Vhs Grafing, auf die Beine gestellt hat.

Mit im Boot sitzen die Stiftung Zuhören des Bayerischen Rundfunks und der Bayerische Hochschulverband. Denn die Initiative hat das Zeug dazu, über den Landkreis Ebersberg hinaus zu wachsen. Gestartet wurde vorerst aber in der Kreisstadt unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Walter Brilmayer. Die Titel der bisher produzierten Drei-Minuten-Hörspiele, die auf der Internetseite der Stadt abrufbar sind, lassen erahnen, welchen Charakter diese Stücke haben. Da geht es um die „Seestadtkinder und die Hinterlassenschaften des Krieges“, um die Frage „Trägt das Eis schon?“ oder um „Hans Attenberger und Josef Schillinger - Rennfahrerlegenden“.

Drei-Minuten-Hörspiele, von Zeitzeugen gesprochen

Mit der dritten Gruppe der Hörspiele „soll Ende Februar begonnen werden“, kündigt Eglauer an. Bei dem Projekt wird ein doppelter Zweck erreicht. Zum einen lernt ein Team von „Produzenten“ journalistische Grundtechniken, ein kurzes Drehbuch zu schreiben und mit einem Aufnahmegerät umzugehen. Die zweite Gruppe ist die derjenigen, die etwas zu erzählen haben. „Zum Beispiel, wie war das, als 1945 die Amis kamen“, nennt Warg ein mögliches Thema. 

Am liebsten wäre es ihm, wenn es zu ein und demselben Sachverhalt verschiedene Blickwinkel gäbe, weil mehrere Menschen von ihrer Sicht der Dinge erzählen. Die Teilnahme an dem Projekt ist kostenlos. Den Vorteil haben nicht nur die Ebersberger Bürger, denen Episoden aus der Vergangenheit erhalten bleiben, sondern auch die Stadt selbst, die auf ihrer Internetseite für die Hörpfade und einen virtuellen Rundgang durch Ebersberg wirbt.

Erzähler werden gesucht

„Das ist ein richtiger Schatz, das ist erhaltene Lokalgeschichte“, freut sich Eglauer und appelliert an die ältere Generation in Ebersberg, sich möglichst zahlreich mit einer Episode zu beteiligen. Auch die jüngere Generation ist aufgerufen, Oma oder Opa, die spannend erzählen können, dazu zu animieren, mitzumachen.

Die Themen sind so vielfältig wie auch das Leben in unserer Heimat ist. Unter anderem befasst sich einer der Beiträge, mit der Frage, die ganze Generationen von Kindern in Ebersberg im Winter schon beschäftigt hat, nämlich der, ob man auf dem Klostersee schon Schlittschuh fahren könne.

Wer etwas erzählen möchte, kann sich bei dem Journalisten Thomas Warg unter der Telefonnummer (0 80 92) 33 66 01 oder unter thomas.warg@t-online.de melden.

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