Die vier ersten Coronavirus-Impflinge im Landkreis Ebersberg (von link oben im Uhrzeigersinn): August Paul, 81, Ebersberg; Alois Freundl, 91, Ebersberg; Konrad Seidl, 84, Grafing und Hildegard Ranner, 84, Ebersberg.
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Die vier ersten Coronavirus-Impflinge im Landkreis Ebersberg (von link oben im Uhrzeigersinn): August Paul, 81, Ebersberg; Alois Freundl, 91, Ebersberg; Konrad Seidl, 84, Grafing und Hildegard Ranner, 84, Ebersberg. Tatsächlich verabreicht bekommen haben die Dosis drei von ihnen, einer wird wohl verzichten.

Vier fitte Senioren am Telefon

Eine Woche nach der ersten Spritze: So geht es den Corona-Impf-Pionieren im Landkreis Ebersberg

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Drei von vier sind geimpft, einer wird wohl verzichten: Eine Woche nach dem Coronavirus-Impfstart im Landkreis Ebersberg fragen wir nach, wie es den ersten vier Impflingen nach ihrem Termin ergangen ist.

Landkreis – Alle fit, alle gut drauf: Das ist die Quintessenz eines EZ-Rundrufs bei den vier Über-80-Jährigen, die als erste Landkreisbürger einen Impftermin gegen das Coronavirus bekommen haben. Dreien wurde die erste von zwei Spritzen tatsächlich Ende Dezember 2020 verabreicht, einer wird vermutlich darauf verzichten.

Grippeimpfung: Hildegard Ranner muss ihren Termin im Impfzentrum um drei Tage verschieben

Als Nachzüglerin bekam die Ebersbergerin Hildegard Ranner einen Tag vor Silvester im Impfzentrum Ebersberg ihre erste Dosis des raren Biontech/Pfizer-Impfstoffs. Sie hatte beim Pressetermin drei Tage zuvor unverrichteter Dinge abziehen müssen; beim Arztgespräch vor dem Pieks stellte sich heraus, dass sie zwölf Tage zuvor gegen Grippe geimpft worden war – zwei Wochen Wartezeit sind danach Pflicht.

Die hatte sie drei Tage später eingehalten und ist nach eigenem Bekunden froh, dass es geklappt hat – schließlich lebten in ihrem Haushalt drei Generationen unter einem Dach. „Und die Jungen kommen ja doch noch mehr raus.“ „Ein bisschen Kopfweh hatte ich am Tag danach“, sagt die 84-Jährige über die Nebenwirkungen. „Aber das habe ich sonst auch öfters.“ Leichte Schmerzen an der Einstichstelle am Oberarm seien tags darauf vorbeigewesen.

Corona-Impfung: Keine Nebenwirkungen bei zwei Über-80-Jährigen

Garnichts gespürt haben Ebersbergs ehemaliger Feuerwehrkommandant August Paul (81) und der ehemalige Grafinger Hausarzt Konrad Seidl (84). Paul, vor ein paar Jahren Schlaganfallpatient, fühlt sich insgesamt gut: „Ich bin zufrieden, mehr braucht es nicht.“ Seidl, ganz Mediziner, diagnostiziert bei sich: „Keinerlei Nebenwirkungen, weder Schwellungen noch Allgemeinerscheinungen.“ Er vertrage Impfungen generell gut und rate seinen früheren Patienten zur Impfung, seine Bekanntheit als einer der ersten Impflinge im Landkreis Ebersberg nutze er, um für die Spritze zu werben: „Je mehr wir sind, desto besser.“

Verzicht wegen Blutverdünner-Medikament - aber nicht nur

Alois Freundl, 91, Seniorbäcker aus Ebersberg, riet der Impfarzt bei seinem Termin zu einem Gespräch beim Hausarzt – Freundl nimmt Blutverdünner, weshalb Abklärung nötig sei. „Ich bin pumperlgsund“ sagt der Senior. Dennoch werde er die Impfung nun eher doch nicht anstreben. „Ich habe mit dem Leben mehrfach abgeschlossen und habe meinen Frieden mit mir gemacht“, sagt er mit Blick auf drei schwere Operationen, die er überstand. „Da sollen andere drankommen, die die Impfung nötiger haben.“

Aktuelle Informationen zur Coronavirus-Lage im Landkreis Ebersberg gibt es in unserem Nachrichtenticker.

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