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Zulassungsstelle verzeichnet Riesenanstieg: Fast doppelt so viele E-Fahrzeuge wie bisher

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Von: Raffael Scherer

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Ein Elektroauto an der Ladesäule
Elektroautos werden im Landkreis Ebersberg immer beliebter. Allein 2021 waren über 1600 neue „Stromer“ zugelassen. © DPA

Fahren mit Strom statt Benzin wird im Landkreis immer beliebter. 2021 wurden erstmals mehr E-Fahrzeuge neu zugelassen als Autos mit Verbrenner.

Landkreis – Elektroautos werden im Landkreis Ebersberg immer beliebter. Das zeigt eine Statistik des Fahrzeugbestandes der Zulassungsstelle im Ebersberger Landratsamt. So hatte sich zum Jahresende 2021 allein die Anzahl an rein elektronisch betriebenen Autos im Vergleich zum Vorjahr von 863 auf 1614 fast verdoppelt. Enormen Zuwachs machte sich auch bei den Hybriden bemerkbar: Hier kamen 1323 angemeldete Fahrzeuge dazu.

Damit war der Zuwachs an Autos mit Elektroantrieb erstmals höher als bei den Verbrennern. Hier kamen vergangenes Jahr nur 291 Diesel-Fahrzeuge hinzu, Benziner 191. Waren Ende 2020 noch gerade einmal 3029 Fahrzeuge mit Elektroantrieb zugelassen, davon etwa zwei Drittel mit Hybridmotoren, sind es nun 5103. Mit Diesel und Benzin fuhren im vergangenen Jahr insgesamt 112 500 zugelassene Fahrzeuge durch den Landkreis, sagt Albert Reiter, Leiter der örtlichen Zulassungsstelle. 2021 waren es laut Statistik 112 982.

Elektroauto-Boom im Landkreis: Jeder dritte Abschleppeinsatz ist ein E-Auto

Zulassungsstellenchef Albert Reiter in seinem Büro voller Autokennzeichen
Albert Reiter, Chef der Ebersberger Zulassungsstelle, berichtet von einem starken Anstieg der Auto-Zahl. © SRO

Das macht sich auch bei den örtlichen Werkstätten und Abschleppunternehmen bemerkbar: Laut Benedikt Wieser vom gleichnamigen Unternehmen in Grafing sei jede dritte Bergung bereits ein Hybrid oder E-Auto. Bei den meist durch Fremdeinwirkungen verursachten Unfällen sei dabei besondere Vorsicht geboten: „Letzte Woche hatten wir einen Sachschaden, wo das Auto noch voll unter Strom gestanden hat, den musste unser Elektriker dann erst einmal abschalten“, erinnert sich der Geschäftsführer.

Regelmäßig bilden sich er und seine Mitarbeiter in den Bereichen rund um Hochvolt, Elektrik, Stromabschaltung und Bergung fort, um optimal für den Ernstfall gesichert zu sein. In Zusammenarbeit mit den Feuerwehren habe sein Unternehmen die Einsätze gut im Griff, sagt er.

Immer mehr E-Autos: Feuerwehren im Landkreis fühlen sich gut gerüstet

Die verfolgen den Trend hin zu Einsätzen rund um E-Autos eher entspannt: „Es gibt schon ein paar Dinge zu beachten, aber das ist alles kein Hexenwerk“, sagt etwa Kommandant Christoph Münch von der Freiwilligen Feuerwehr Ebersberg. Bei „besonders blöden Umständen“ kann laut Münch etwa der Akku nicht vollständig gelöscht werden und fängt immer wieder an zu brennen: „Aber auch da gibt es Möglichkeiten, um das in den Griff zu bekommen.“

Er verweist dabei auf eine Löschdecke aus nicht brennbarem Material, in welcher bei Bedarf das brennende Auto „eingetütet“ wird, sodass im Notfall nur das Fahrzeug brennt, ohne die Umgebung zu gefährden.

Feuerwehren blicken Wandel gelassen entgegen: Bisher kein einziges E-Auto in Flammen

Eine weitere Möglichkeit sei ein Container, geflutet mit Wasser, worin der Risikoakku dann sicherheitshalber mehrere Tage aufbewahrt wird. Eine solche „Absetzmulde“ habe die Ebersberger Feuerwehr jedoch nicht und sehe darin derzeit auch keinen Bedarf, so Münch. In der Not habe der Baubetriebshof eine solche, auf welche zurückgegriffen werden könne. Ähnlich gelassen ist der stellvertretende Kommandant Thilo Hasenöhrl von der Vaterstettener Feuerwehr: „Es gibt immer wieder Themen, wo in der Feuerwehrwelt ein Riesenaufstand gemacht wird, aber eigentlich haben wir uns schon damit abgefunden“, fasst er zusammen.

Seit etwa 15 Jahren gebe es regelmäßig Schulungen zum Umgang mit Bränden bei Autos mit alternativen Antrieben. Von Wasserstoff- bis hin zu Elektroantrieben seien alle Einsatzkräfte zur Genüge geschult. „Und in zehn, 20 oder 30 Jahren werden wir wieder neue Sachen haben wie Flugtaxis, wo wir dann entsprechend agieren müssen, so ist nun mal die Zeit“, so Hasenöhrl. Außerdem: An einen wirklichen Brand in einem E-Auto kann sich bisher keiner der beiden Kommandanten erinnern.

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