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Die Ebersbergerin versteckte ihr Gesicht im Gerichtssaal hinter einem Aktenordner. 

Ebersbergerin (44) bedroht Frau mit Klappmesser

Horror in der S-Bahn: Messer am Hals

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Eine psychisch Kranke aus Ebersberg hat eine Frau in der S-Bahn aus dem Nichts mit einem Klappmesser angegriffen. Jetzt begann der Prozess gegen die 44-jährige mutmaßliche Täterin.

Ebersberg Plötzlich hat Stefanie S. (41) die kalte Klinge an ihrem Hals gespürt. Die Verkäuferin erlebte im Juni einen Albtraum auf dem Heimweg in der S-Bahn. Aus dem Nichts wurde sie von Annette W. (44) angegriffen. „Jetzt bist du dran“, soll die psychisch kranke Ebersbergerin geschrien haben, als sie Stefanie S. von hinten in den Würgegriff nahm und ihr ein Klappmesser an die Kehle drückte. Auch nach drei Jahren nimmt S. der Vorfall mit, am Mittwoch sagte sie im Prozess vor dem Münchner Landgericht als Zeugin aus.

„Wenn ich meine Medikamente nicht nehme“, erklärt die Angeklagte Annette W., „bekomme ich psychotische Schübe.“ Wie auch an jenem 21. Juni 2015. Gegen 21.15 Uhr fuhr sie mit der S 8 Richtung Flughafen. „Zu einem Schauspieler-Casting“, wie sie der Richterin erzählte. Doch was sie dann zwischen Johanneskirchen und Unterföhring veranstaltete, war bittere Realität.

„ Es ging alles so fürchterlich schnell“

„Ich erinnere mich noch, wie sie im Gang an mir vorbei marschierte“, erzählt das spätere Opfer Stefanie S. Die Verkäuferin dachte zunächst, Annette W. würde an der nächsten Haltestelle aussteigen, beachtete sie deshalb nicht weiter. Doch Annette W. blieb im Zug, stand direkt hinter dem Platz, auf dem Stefanie S. mit ihren beiden Kolleginnen saß. „Da überkam mich ein komisches Gefühl“, erinnert sich S. „Es war so etwas wie der siebte Sinn. Doch da war es schon passiert. Es ging alles so fürchterlich schnell.“

Laut Anklage griff Annette W. die ahnungslose Verkäuferin von hinten ohne Vorwarnung an. Das Klappmesser mit der rund zehn Zentimeter langen Klinge holte sie wohl kurz zuvor aus ihrer Jackentasche. Mit voller Kraft drückte sie Stefanie S. die Klinge gegen ihren Hals. „Ich wehrte mich so gut ich konnte“, sagt Stefanie S. Die heute 41-Jährige ist sich sicher, dass Annette W. sie ansonsten schwer verletzt hätte. „Ich hatte Angst, war aber auch voller Adrenalin und hatte Gott sei Dank Hilfe von einem Mann, der die Szene beobachtete. Ohne ihn wäre das vermutlich nicht so glimpflich ausgegangen.“

Albträume

Geistesgegenwärtig griff ein älterer Mann ein, der im hinteren Bereich des Abteils saß. Der Mann zog Annette W. zur Seite, drehte sie auf einer Sitzbank auf den Bauch und entriss ihr das Messer. Dann hielt er die Angreiferin so lange fest, bis die Polizei in Unterföhring die Situation endgültig beruhigte. Stefanie S. blieb unverletzt. „Anfangs hatte ich noch Albträume“, erzählt. Mittlerweile habe sie den Vorfall aber gut verarbeitet.

Annette W. ist sich sowohl ihrer Schuld, als auch ihrer Krankheit bewusst. Für den Angriff hat sie sich bei Stefanie S. bereits entschuldigt. Im Verfahren wurde bekannt, dass sie im Jahr 2002 bereits bei einer Auseinandersetzung mit einem Taxifahrer aufgefallen war. Damals griff sie den Chauffeur mit einem Lippenstift an. „Er ist viel zu langsam gefahren“, erklärte Annette W. ihren damaligen Ausraster. Kurz darauf wurde ihre Krankheit diagnostiziert.

Nimmt Annette W. regelmäßig ihre Medikamente, habe sie ihre psychotischen Schübe im Griff, sagt sie. Die Staatsanwaltschaft geht laut Anklage jedoch davon aus, dass von ihr noch mehr Straftaten zu erwarten sind. Annette W. wird wohl dauerhaft in einer Psychiatrie untergebracht. 

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