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Meistens übervoll: Der oberirdische Parkplatz am Ebersberger Einkaufszentrum E-EinZ. Ein Gedankenspiel geht davon aus, ein Deck auf die bestehende Parkfläche zu setzen. 

Stadträte diskutieren mehrere Möglichkeiten

Ebersberg ist auf der Suche nach neuen Parkplätzen

Nicht nur in den Wochen der Schneeberge auf den Straßen drehen Autofahrer oft ein paar Extrarunden, bis sie im Zentrum der Kreisstadt einen Parkplatz gefunden haben. Das bedeutet noch mehr Verkehr als ohnehin schon. Dem entgegenwirken möchte die Stadt mit einem neuen Parkhaus oder einer Tiefgarage.

Ebersberg – Wo wäre dafür Platz? Drei Möglichkeiten haben die Stadträte im Technischen Ausschuss diskutiert. Die Parkplatznot in der Innenstadt wird in Zukunft verschärft: Wenn der Marienplatz wie geplant in vielen Jahren neu gestaltet wird, wird es noch weniger zentrale Parkplätze geben. Denn der Siegerentwurf beim Gestaltungswettbewerb vom Gräfelfinger Architekturbüro Molenaar sieht nicht etwa mehr, sondern sogar 35 Stellplätze weniger in der Altstadt vor. Umso mehr drängt im Rathaus die Suche nach einer großzügigen Parkfläche, die mindestens die künftig verlorenen 35 Stellplätze wieder ausgleicht, gerne aber noch mehr Plätze bietet.

Stadtplaner Klaus Molenaar hat sich auf die Suche nach geeigneten Grundstücken gemacht und wurde an drei Stellen fündig. Seine Ideen: Unter dem Stadtgarten und eventuell auch dem Schlossplatz könnten in einer ein- bis zweigeschossigen Tiefgarage 40 bis 200 Stellplätze geschaffen werden. Kostenpunkt: vier bis 14,5 Milionen Euro. Unklar sei hier freilich, wie mit dem Bodendenkmal zu verfahren ist. Molenaar sprach von der Möglichkeit, es auszugraben und später wieder einzusetzen. Die Mehrkosten hierfür kämen noch on top. „Schön wäre aber, dass der gesamte Verkehr schon vor dem Marienplatz runtergeführt würde“, meinte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU). Deutlich günstiger, nämlich etwa drei Millionen Euro, würde ein Parkdeck als begrünte Stahl-Holz-Konstruktion über dem bestehenden Parkplatz am Einkaufszentrum E-EinZ kommen. 40 Parkplätze könnten hier hinzugewonnen werden. Optisch „würde der Platz sehr gewinnen“, meinte nicht nur Philipp Goldner (Grüne). Jedoch wäre die Zufahrt „verkehrlich höchst problematisch“. Der Betreiber des E-EinZ habe ein eigenes Interesse, die Parkfläche künftig zu erweitern, meinte Gerd Otter (FW). Das werde sich an der Stelle „von selber regeln“, sagte er und verwies auf einen der anderen möglichen Standorte.

Kürzlich an Brisanz gewonnen hat Molenaars dritte Vision. Schon bevor das Gelände Hölzerbräu verkauft wurde, begründete Molenaar Interesse an dem Standort. Durch das unterschiedliche Höhenniveau von Eberhard- und Sieghartstraße könne eine ein- bis zweigeschossige Tiefgarage mit 100 bis 200 Parkplätzen gut verwirklicht werden. Das entspricht in etwa der Größe des E-EinZ-Parkhauses. Jedoch würde die Zufahrt das Feuerwehrgrundstück arg beengen. Ohne einen neuen Standort für die Feuerwehr sei die Tiefgarage unmöglich, meinte Christoph Münch, SPD-Stadtrat und Vize-Feuerwehrkommandant: „Die Schleppkurve wird saueng!“ Einen vierten Standort brachte die SPD-Fraktion in der Sitzung erneut ins Spiel: Ein Deck über der Parkfläche am Bahnhof. „Das wäre kostengünstig und hätte einen unheimlichen Effekt, weil wir sehr viele Parkplätze gewinnen würden“, sagte Hans Mühlfenzl.

Der Bahnhof sei etwas vom Stadtzentrum entfernt und bisher sei das Gespräch mit der Bahn nicht einfach gewesen, erklärte Molenaar, warum er hier nicht weitergedacht hat.

Alle Ideen seien vorerst nur als Visionen zu handeln, betonte Bürgermeister Brilmayer. Denn mit keinem der Grundstückseigentümer habe man bisher Kontakt aufgenommen.

Uta Künkler

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