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Flüchtlinge finden im Landkreis immer schwerer neue Bleibe

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Von: Robert Langer

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Die Container-Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge in Zorneding.
Die Container-Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge in Zorneding. © SRO

Die Hilfsbereitschaft für Geflüchtete aus der Ukraine lässt nach. Viele Angebote nicht mehr aktuell.

Landkreis – Der russische Angriffskrieg in der Ukraine tobt unvermindert weiter. Die Betreuung der Flüchtlinge im Landkreis Ebersberg läuft inzwischen meist in geregelten Bahnen. Dennoch knirscht es an einigen Stellen.

Laut Brigitte Keller, Leiterin des Ukraine-Krisenstabs im Landratsamt, sind derzeit etwa 1850 Geflüchtete aus der Ukraine im Landkreis Ebersberg. Die überwiegende Anzahl sei in Gastfamilien untergebracht. In diesem Bereich seien noch 344 Angebote von Landkreisbürgern in der Datenbank, dem Dashboard, gemeldet von Gemeinden oder Privatpersonen. Das bedeute allerdings nicht, dass dies tatsächlich offene Plätze seien, die aktuell vermittelt werden könnten, sagt Keller.

Immer mehr Ukraine-Flüchtlinge in staatlichen Unterkünften

Nach Ausbruch des Krieges hatten viele Menschen im Landkreis Ebersberg ihre Hilfe angeboten und freie Zimmer oder Wohnungen gemeldet. Seitdem sind Monate vergangen, die meisten Angebote dürften nicht mehr aktuell sein. Derzeit stünden über das Dashboard keine freien Gastfamilien mehr zur Verfügung, heißt es von anderer Stelle aus dem Landratsamt. Dies könne durchaus auch an der aktuellen Ferien- und Urlaubszeit liegen und sich unter Umständen auch wieder ändern. Letztendlich könne man aber aktuell kein Angebot vermitteln.

Die Folge ist, dass ukrainische Flüchtlinge, wenn sie – aus welchen Gründen auch immer – ihre bisherige Gastfamilie verlassen und keine Alternative finden, in staatliche Unterkünfte kommen, zumindest vorübergehend.

Sprachschwierigkeiten als weitere Barriere

Eine „Drehscheibe“ war bisher die Turnhalle des Gymnasiums Kirchseeon. Zuletzt waren dort noch 15 Personen untergebracht. Zu Beginn des neuen Schuljahres soll die Halle wieder für den Schulbetrieb und für Vereinssport zur Verfügung stehen. Als Alternative dient die Containeranlage in Zorneding in der Bahnhofsstraße. Derzeit leben dort 64 Ukrainer, insgesamt ist Platz für 106 Personen.

Über das Jobcenter Ebersberg werden derzeit laut Anna-Maria Esterl rund 2000 Personen aus der Ukraine betreut – darunter auch Menschen, die schon vor dem Krieg nach Deutschland kamen. Registriert sind etwa 1100 Arbeitssuchende zwischen 15 und 65 Jahren. Einige seien auch schon, teilweise mit Unterstützung von Gastfamilien, in Arbeit vermittelt worden. Das größte Problem: Sprachschwierigkeiten.

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