Personal auf einer Intensivstation für Coronavirus-Patienten versorgt einen Covid-19-Erkrankten, der im künstlichen Koma liegt und beatmet wird.
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Personal auf einer Intensivstation für Coronavirus-Patienten versorgt einen Covid-19-Erkrankten, der im künstlichen Koma liegt und beatmet wird. (Symbolbild)

Vollauslastung nur „Momentaufnahme“

Register meldet volle Intensivstation - Kreisklinik Ebersberg gibt Entwarnung: „Wir sind aufnahmebereit!“

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Keine freien Intensivbetten mehr im Landkreis Ebersberg, das meldete das DIVI-Intensivregister online. Eine Nachfrage bei der Kreisklinik zeigt: Die dortigen Zahlen sind nur bedingt aussagekräftig.

Ebersberg – Keine freien Intensivbetten mehr in der Kreisklinik Ebersberg, alle 14 Plätze belegt – diese vermeintlich böse Nachricht fand vor, wer am Donnerstagvormittag das öffentliche Intensivregister „DIVI“ überprüfte. Die Zahlen seien zwar numerisch korrekt, aber nur begrenzt aussagekräftig, antwortet Dr. Peter Kreissl, Ärztlicher Direktor der Kreisklinik, auf EZ-Anfrage.

Covid-19 und die Normalversorgung: „Eine sensible Gratwanderung“

Dr. Peter Kreissl, Ärztlicher Direktor Kreisklinik

Zum einen handle es sich dabei um eine Momentaufnahme, die tatsächliche Lage in der Klinik ändere sich ständig. Covid-19-Patienten machen derzeit nur ein Viertel bis ein Drittel der belegten Intensivbetten aus – dazu kämen beispielsweise die Operationsnachsorge und andere aufwändige Krankheitsbilder. Die Klinik, so Kreissl weiter, gehe dabei eine „sensible Gratwanderung. Zum einen wolle sein Haus der Versorgung der Coronavirus-Patienten „zu 100 Prozent gerecht werden“, zum anderen gelte es, die Normalversorgung aufrecht zu erhalten – und entsprechend die vorhandenen Personalkapazitäten einzusetzen.

Intensivbetten in der Kreisklinik Ebersberg: Ständige Abstimmung mit anderen Krankenhäusern

Es gebe immer auch Patienten, die verlegt werden könnten, außerdem sei das Krankenhaus mit dem Rettungsverband, zu dem auch die Kreise Erding und Freising zählen, sowie mit anderen umliegenden Krankenhäusern in ständiger Abstimmung. Ein Blick ins Umland zeigt, dass dort laut DIVI derzeit Intensivbetten frei sind.

So oder so, der Ärztliche Direktor in Ebersberg verspricht: „Egal, was ist: Wir sind aufnahmebereit! Und wir sorgen dafür, dass wir aufnahmebereit bleiben.“

Klinik stockt Betten auf - und nennt Kapazitätsgrenze

Schon am Donnerstagnachmittag gibt ihm das aktualisierte Intensivregister recht. Demnach waren zu Redaktionsschluss 13 Intensivbetten belegt und drei frei – zwei weitere Intensivbetten habe man diese Woche zu den 14 vorhandenen „dazugeschaltet“, erklärt Kreissl.

Drei Corona-Patienten sind in Ebersberg derzeit in Intensivbehandlung, zwei davon künstlich beatmet. Die derzeit maximale Intensivkapazität, zu der sein Haus imstande sei, beziffert der Klinikdirektor auf 20 Betten.

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Ein Besuch auf der Coronastation der Kreisklinik Ebersberg.

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