Ein Security schaut auf den Parkplatz eines Autohauses.
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Sicherheitsmänner beschützen rund um die Uhr das Autohaus Grill in Ebersberg vor Protestaktionen gegen die IAA.

Polizei erwartet „Störungen“

Aus Angst vor IAA-Protesten: Autohäuser bringen teure Fahrzeuge vor Vandalismus in Sicherheit

  • Josef Ametsbichler
    VonJosef Ametsbichler
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Autohändler im ganzen Landkreis fürchten Protestaktionen gegen die Automesse in München. Und bringen deshalb ihre Autos in Sicherheit.

Landkreis – Leerer Asphalt gähnt, wo sich normalerweise ein schickes Auto an das nächste reiht: Autohändler im Landkreis Ebersberg bangen um ihre teure Ware, sperren sie weg und heuern Sicherheitsdienste an, die das Gelände rund um die Uhr bewachen. Anlass ist die „Problem-Messe“ IAA. Rund um die Automobilausstellung in der nahen Landeshauptstadt München hagelt es Protestaktionen – nicht alle von der friedlichen Art.

Dass es Anti-Auto-Aktivisten nicht beim Abseilen von Autobahnbrücken belassen, fürchtet etwa Florian Moser vom Autohaus Grill in Ebersberg. Dort haben sie so viele der hochpreisigen Fahrzeuge wie möglich in die Tiefgarage gefahren, auch der Showroom sei vollgestellt. Insgesamt 200 Fahrzeuge habe das Autohaus umgeparkt. Hauptsache nach drinnen. Außen um das Gelände des VW-, Audi- und Mercedes-Händlers patrouillieren nun Sicherheitskräfte rund um die Uhr. Das ganze Wochenende über, bis die IAA vorbei ist. „Es ist traurig“, sagt Moser vom Autohaus. Doch als vor einiger Zeit die Polizei mit einer entsprechenden Warnung auf dem Betriebsgelände aufgetaucht sei, habe sich das Haus zu der Sicherheitsmaßnahme entschieden. Auch die Werkssicherheit von VW habe sich diesbezüglich gemeldet. „Man weiß nie, was die planen“, sagt Moser über mögliche Übergriffe durch Aktivisten.

„Problem-Messe“-IAA: Ebersberger Polizeichef befürchtet Protestaktionen im Landkreis

Über 200 Fahrzeuge hat das Autohaus Grill in Ebersberg aus Angst vor Protestaktionen umgeparkt.

So geht es auch Ebersbergs Polizeichef Ulrich Milius. „Wir rechnen definitiv mit Störungen“, sagt er und erinnert an die zurückliegende IAA 2019 in Frankfurt. Ob allerdings Aktionen im Landkreis Ebersberg geplant seien, sei nicht konkret bekannt. „Wir passen gut auf“, verspricht Milius. Im gesamten Münchner Umland sei die Polizei mit Schutzmaßnahmen zugange. Das berichtet auch ein weiterer Autohändler, der momentan öfters die Polizei vor seinem Betrieb Streife fahren sehe.

Das rund um die IAA zuständige Münchner Polizeipräsidium sagt dazu: „Der Objektschutz ist auch Teil unserer Planungen; konkrete Details können wir aus taktischen Gründen nicht nennen.“ Man habe aber tatsächlich speziell Autohändler vorgewarnt. Hinter vorgehaltener Hand fürchtet ein Autohändler Graffiti-Schmierereien und Farbbeutelanschläge; von schlimmeren Sachbeschädigungen an der teuren Ware ganz zu schweigen.

„Problem-Messe“-IAA: Autohaus bringt zur Sicherheit über 40 Autos in Tiefgarage

Doch von Verzweiflung oder gar Panik wollen die Händler nichts wissen. Mehr als 40 Autos hat das Kirchseeoner Autohaus Wagner aus dem Showroom und vom Gebrauchtwagenparkplatz vorübergehend in die Tiefgarage verlegt. „Wir machen das Beste aus der Situation“, sagt eine Sprecherin. Auch der BMW-Händler sei über den Autokonzern und von der Polizei gewarnt worden, habe darum auch die Geländeüberwachung ausgeweitet. „Wir hoffen, dass wir nicht im Fokus stehen“, sagt die Sprecherin.

Zumal man bereits zu rund 40 Prozent reine E-Autos verkaufe. „Wir machen trotzdem unseren Tagesablauf weiter.“ Ein Ende ist schließlich absehbar, sagt auch Florian Moser von der Grill-Gruppe und sagt: „Ab Montag ist alles wieder normaler.“

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