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Angst um Präsenzunterricht: Schulen befürchten steigende Corona-Zahlen und Homeschooling

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Von: Raffael Scherer

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Schüler sehen zu einer Lehrerin, die etwas an die Tafel schreibt.
Noch dürfen sie im Klassenzimmer sein: Schüler und Lehrer fürchten um den Präsenzunterricht (Symbolbild). © DPA

Sowohl der ein oder andere Schüler als auch Lehrer hat bereits Erfahrungen mit einer Corona-Infektion machen müssen. Schulen hoffen, dass es nicht mehr werden.

Landkreis – Die Befürchtung, dass die Zahl an infizierten Lehrern und Schülern bald wieder steigen könnte, ist hoch an den Schulen im Landkreis. Schließlich weist das Covid-19 Dashboard dort für die fünf- bis 14-Jährigen am Freitag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 876,6 auf. Bei den 15 bis 34-Jährigen liegt die Inzidenz sogar bei 1135,9 – höher als in jeder anderen Altersgruppe. Und den Schulen sind auch die letzten Wochen des vergangenen Jahres mit ihren hohen Zahlen noch gut in Erinnerung geblieben.

Etwa in der Grund- und Mittelschule Ebersberg. Rektor Alexander Bär weiß noch genau, wie damals eine ganze Klasse unter Quarantäne war: „Wir haben eine sehr friedliche Woche gehabt, im Vergleich zu dem, was wir im Dezember hatten“, so seine Bilanz zum Schulstart. Zwar sei auch jetzt der ein oder andere Schüler in Quarantäne, aber es seien deutlich weniger als im Dezember.

Corona-Fälle in Schulen: Franz-Marc-Gymnasium fordert jeden Tag Schnelltests von Schülern

Ähnlich sieht es derzeit am Humboldt-Gymnasium Vaterstetten aus. Noch sei an der Schule alles ruhig. „Aber das ist der Stand von heute, das kann sich morgen schon wieder alles geändert haben“, so die Stellvertretende Schulleiterin Marion Freytag. Momentan bekomme die Schule die wenigen Ausfälle von Schülern und Lehrern noch „ganz gut gehändelt“.

Am Franz-Marc-Gymnasium Markt Schwaben fielen am Freitag bei den täglichen Schüler-Selbsttests zehn positiv aus, so Schulleiter Peter Popp. „Es zeigt sich dann allerdings auch, dass oft die Hälfte oder mehr falsch positiv waren“, fügt er hinzu.

Trotz positiver Omikron-Fälle: Klassen dürfen weiter unterrichtet werden

Trotzdem würden die darauf folgenden zwei bis drei Tage Warterei bis zum PCR-Testergebnis in den Klassen jedes mal erneut für Unruhe sorgen: „Bin jetzt auch ich in Gefahr und muss ich jetzt auch Maßnahmen ergreifen?“, erklärt er die verständlichen Ängste der Schüler. Denn auch bei ihm war bereits eine ganze Klasse in Quarantäne.

Gleichzeitig hat sich über die Weihnachtsferien das empfohlene Omikron-Vorgehen geändert: Als es im Dezember dort einen bestätigten Fall davon gab, mussten gleich 60 Schüler zur Testung nach Ebersberg und dann in Quarantäne, erinnert er sich. „Wenn sich jetzt ein Fall als positiv bestätigt, dann hat das erst einmal keine Konsequenzen. Es heißt dann nur wir sollen intensiv weitertesten, was wir ja eh schon tun“, so Popp. Präsenzunterricht finde auch dann weiterhin statt.

Corona-Maßnahmen sorgen für Personalmangel: Auch schwangere Lehrer dürfen nicht unterrichten

Laut Schätzung von Sylvie Schnaubelt, Schulleiterin der Dominik-Brunner-Realschule Poing, würde der gewohnte Präsenzunterricht erst dann an seine Grenzen stoßen, wenn 15 Prozent der Stammmanschaft ausfallen würden. Aktuell geht sie aber nicht von diesem Worst-Case-Szenario aus und erklärt: „ Der Großteil der Lehrkräfte ist geboostert, sodass, sofern die Vorgaben bleiben, wie sie derzeit sind, Lehrkräfte trotz eines Omikron-Falles in einer Klasse nicht in Quarantäne müssten.“ Auch bei ihr sind derzeit 14 Kinder positiv getestet und 18 in Quarantäne. Doch zu ihrer Freude sei auch in Poing gerade kompletter Präsenzunterricht möglich.

Dem Franz-Marc-Gymnasium bereitet jedoch auch noch der pandemiebedingte Lehrermangel Bauchschmerzen. Denn nicht nur wegen Corona, weiteren Krankheiten und Operationen falle die ein oder andere Lehrkraft aus: „Wir haben auch die Schwangeren aufzufangen, die nicht in der Schule sein dürfen und zu Hause bleiben müssen.“

Schüler hoffen auf stattfindenden Unterricht: Vor allem Oberstufen hoffen auf weiterhin reguläre Stunden

Ob da die ein oder andere entfallene Unterrichtsstunde die Schüler freut? „Von Glück spricht keiner bei Ausfällen, weil ein großer Wille da ist, weiter Unterricht zu haben“, so Schulleiter Popp. Nach zwei Jahren herrsche bei den Schülern eher Nachholbedarf. Gerade in der Oberstufe sei zudem die Angst um die Teilnahme am Abitur groß.

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