Muhammad D. hat zugestochen und muss sich vor Gericht verantworten.

Er rammte seiner Verlobten ein Messer in den Bauch

Blutiges Beziehungsdrama vor Gericht: Jetzt spricht die Mutter 

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Ebersberg – Der zweite Prozesstag im Verfahren um die blutige Auseinandersetzung zweier Verlobter in Ebersberg war der Tag der Mütter. Doch nur eine sprach.

Während die Mama des angeklagten Muhammad D. (23) zunächst keine Angaben machen wollte, sagte die Mutter des Opfers (23) aus. Unter Tränen erinnerte sich die 49-Jährige an die Tatnacht im November 2015.

Ihre Tochter und deren Verlobter waren zunächst in einem Club in Ebersberg gewesen. Getrunken wurde mäßig viel. Der Streit ging erst so richtig daheim im Schlafzimmer los. Die 23-Jährige hatte ihrem Freund gerade eben berichtet, dass sie den angepeilten Hochzeitstermin im Mai 2016 nicht einhalten wollte, da drehte er durch. Er holte ein Messer aus der Küche und wollte auf sie einstechen. Doch er konnte es zunächst nicht. Daraufhin rammte er das Messer mehrfach ins Bett. Die 23-Jährige versuchte, die Polizei anzurufen. Er entriss ihr das Handy, pfefferte es gegen die Wand und rammte der flüchtenden Frau das Messer in den Bauch.

Hatte sich die 23-Jährige zuvor noch geweigert, ihm ihre Liebe zu vergewissern, wurde ihr nun klar, dass ihr Leben von seinem weiteren Handeln abhing. Sie sagte ihm, dass sie ihn liebe, er ihr aber helfen müsse, damit alles wieder gut werde. Das erzählte ihre Mutter als Zeugin vor Gericht und gab damit eine Schilderung der Tochter nach der Not-Operation im Krankenhaus wieder. „Mama, ich habe so gebetet, dass ich das schaffe“, erinnerte sich das Opfer kurz nach dem Aufwachen.

Nach dem Stich rief der Angeklagte den Krankenwagen

Aufgrund ihrer Liebesbekundungen nach dem Stich soll ihr der Angeklagte nun ein Glas Wasser gebracht und mit einem Handtuch versucht haben, die Blutung zu stillen. Er rief einen Krankenwagen und wurde selbst festgenommen. Laut Staatsanwalt ersparte seine Hilfeleistung dem Mann eine Anklage wegen versuchten Totschlags. Stattdessen lautet der Vorwurf nun auf gefährliche Körperverletzung. Am ersten Prozesstag vor dem Landgericht in München hatte der Angeklagte behauptet, die Attacke sei ein Unfall gewesen.

Der 23-Jährigen, Mutter einer fünfjährigen Tochter, geht es körperlich wieder gut. Seelisch aber nicht. „Sie will nicht darüber sprechen, sie schafft es nicht“, berichtete die Mama und weinte. Sie, ihre Tochter und ihre Enkeltochter befänden sich in psychiatrischer Behandlung. Obwohl sich das kleine Mädchen in der Tatnacht in der großelterlichen Wohnung befand, habe sie Angst, dass so etwas noch einmal passieren könnte. „Sie ist von meiner Tochter nicht wegzubekommen“, sagte die 49-Jährige. Im Kindergarten male sie Bilder, die sie und ihre Mama als Prinzessinnen zeige und den Angeklagten entweder mit schwarzem Gesicht hinter Gittern oder aber mit einem Messer. Sehr langsam löse sich der Knoten der Angst. Die 49-Jährige berichtete weiter, dass sie am Abend vor dem Diskobesuch schon einmal von ihrer Tochter zu sich gerufen worden sei. Zu diesem Zeitpunkt war ihr Freund das erste Mal mit einem Messer vor ihr gestanden. Es ging um ihr Oberteil, das ihm zu freizügig erschien. 

Als die Mutter eintraf, sagte der Angeklagte: „Du wirst Deine Tochter nicht immer beschützen können.“ Sie entgegnete: „Ich werde sie immer beschützen.“ In der Rückschau, gestern vor Gericht, erinnerte sich die Mutter, so ein Sch...gefühl gehabt zu haben, dass an diesem Abend etwas nicht gut gehen würde. Sie sollte Recht behalten. Der Prozess dauert an.

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