Lehrer und Schulleitung haben das neue Leitbild in verschiedenen Workshops erarbeitet. 
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Lehrer und Schulleitung haben das neue Leitbild in verschiedenen Workshops erarbeitet.  

Leitbild vorgestellt

Musikschule  Ebersberg macht sich fit für die Zukunft

  • Sabine Heine
    vonSabine Heine
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Projekte, Experimente und mehr:   Die kommunale Musikschule Ebersberg hat jetzt ihr Konzept für die kommenden Jahre vorgestellt.

Ebersberg – Wo stehen wir? Wohin wollen wir? Mitarbeiter und Schulleitung der kommunalen Musikschule sind sich da einig. In einer eigens eingerichteten Zukunftswerkstatt haben sie alle zusammen das neue Leitbild für die Musikschule entwickelt.

Musikschulleiter Peter Pfaff hat in seiner Bildungseinrichtung schon immer Wert auf besondere pädagogische und kulturelle Arbeit gelegt. Ihm liegt es am Herzen, die Musikschule nicht als abgehobene Bildungsinstitution darzustellen, sondern als einen wichtigen Teil unseres gesellschaftlichen Lebens. Genau dies hat das jetzt publizierte Leitbild „Prio 3.0“zum Inhalt. „Bildung kann man nicht separiert vom eigentlichen Leben sehen“, sagt Pfaff. „Sie ist ein Teil unserer Kultur.“ Und dazu gehöre eben auch die musikalische Bildung. Die Vision: Die Musikschule als Bindeglied in einem Bildungscampus vom Kindergarten bis zur weiterführenden Schule. Das Ziel: Die Musikschule führt zum selbstbestimmten Musikmachen ein ganzes Leben lang.

Moderne pädagogische Konzepte

Das hat mit dem Frontalunterricht aus Opas Zeiten nun so überhaupt nichts mehr gemein. Schon lange verfolgen Pfaff und seine Mitarbeiter das Konzept, das im Zentrum der Arbeit sowohl der Mensch als auch die Musik stehen. Technische Fragestellungen sind da erst einmal zweitrangig.

„Wir schaffen einen Wert, der bleibt“, ist ein wichtiger Satz in der Arbeit der Ebersberger Musikpädagogen und auch im Leitbild. „Unsere Arbeit wird bezahlt, von den Eltern und auch aus öffentlichen Mitteln“, sagt Peter Pfaff. „Deshalb sehen wir aus auch als einen Dienstleister.“ Und dieser soll erwartungsgemäß auch entsprechende Ergebnisse abliefern. Das Unterrichtskonzept ist und bleibt auch in seiner klaren Struktur vom Unterricht im Kindergarten bis hin zur Eliteförderung – immer mit der Prämisse, dass das Ganze Freude bereitet.

Das verlangt von den Lehrern allerdings einiges ab. „Manchmal muss man auch mal aus der Routine rausgehen“, sagt Peter Pfaff. „Jeder Schüler ist anders – und wir wollen ja jedem gerecht werden.“ Letztendlich, so fordert auch das gemeinsam erarbeitete Leitbild, packen alle zusammen an.

Neue Projekte stehen in den nächsten Jahren auch an. Der Bereich Werkstätten soll erweitert werden. Dazu gehören bislang schon die Chöre, die Ensembles, kreative Werkstätten, Aktionstage. Das Orchester Kunterbunt für Fast-Anfänger soll wieder aufleben.

Erfolgreiche Projekte sollen ausgebaut werden

Projekte wie Musikita, Singklassen, Bläserbande oder Streichklassen, die in Zusammenarbeiten mit Kitas und Schulen entstanden sind, sollen in den nächsten Jahren ausgebaut werden – wenn die öffentlichen Träger mitmachen. Für die Zukunft sind auch sogenannte Community-Music-Projekte in der Pipeline. Damit sind Kulturangebote für jeden Bürger gemeint. Noch ein Punkt: Inklusion. „Unser Angebot gilt ja für Menschen mit und ohne Behinderung, für Kinder, Erwachsene und Senioren“, sagt Peter Pfaff. Entsprechende Kurse und Ensembles gibt es bereits. Weitere werden dazukommen.

Und dann gibt es noch ganz neue Pilotprojekte mit jeder Menge neuer Digitaltechnik, neue Werkzeuge, die genauso wie die alten Musik von höchster Qualität erzeugen, wenn man damit umgehen kann. „Phänomenal, was mit moderner Technik alles machbar ist“, schwärmt Musikschulleiter Pfaff.

Zwei Jahre lang hat die Denkwerkstatt Ist-Zustand, Ziele und Perspektiven erarbeitet und daraus einen Katalog entwickelt, der vor allem den Geldgebern handfeste Infos gibt – auch als Entscheidungshilfe. Die Broschüre, die das Konzept präsentiert, endet mit einem Foto aus einer Pippi-Langstrumpf-Aufführung. „Ja“, sagt Peter Pfaff, „wir wollen das Grundvertrauen unserer Schüler mit der Musik stärken“. So sehr, dass sie am Ende wie Pippi Langstrumpf in der Lage sind, sinnbildlich ganz alleine ein Pferd hochzuheben.

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