Urteil: Kindesmissbrauch

Nacktfoto an 13-Jährige verschickt - Geldstrafe

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Ebersberg - Welchen Erfolg er sich von einer derart plumpen Anmache erhofft hatte, konnte sich der 19-jährige Angeklagte am Ende selbst nicht erklären.

Statt bei der Internatsschülerin, auf die er es abgesehen hatte, landete der Zornedinger am Ende vor dem Ebersberger Amtsgericht. Der Vorwurf lautete auf Kindesmissbrauch, denn die Schülerin war zum Zeitpunkt der Tat im vergangenen Juni erst 13 Jahre alt.

Hauptbeweismittel: Ein Penisbild, das der Mann über sein Smartphone an das Mädchen geschickt hatte, begleitet von der Forderung, mit ihm zu schlafen, die Schülerin habe es ihm schließlich versprochen.

Dagegen sprach, dass der Angeklagte mit falschem Namen bei dem Mädchen vorstellig wurde, deren Handynummer er über einen Bekannten erhalten hatte. „Ich musste erst einmal lachen“, kommentierte das Opfer den Moment, als es das Foto gesehen habe. Als dann aber noch wüste Beschimpfungen fielen, war Schluss mit lustig.

Dem Angeklagten war die Sache sichtlich peinlich. „Ich habe nicht viel überlegt in dem Moment“, brachte er nur hervor. Bei dem Mädchen entschuldigte er sich mit den Worten: „Es tut mir leid, dass ich so einen Schmarrn gemacht habe.“

Von pädophilen Neigungen des Angeklagten war zu keiner Zeit die Rede. „Zu einem Erwachsenen fehlt es noch himmelweit“, hob Jugengerichtshelfer Bernhard Wacht deutliche Entwicklungsverzögerungen des jungen Mannes hervor. Richter Dieter Kaltbeitzer trug dem mit einem milden Urteil Rechnung: Zwei Tage soziale Dienste und 200 Euro Geldstrafe seien, auch angesichts der Reue des Täters, genug.

Rubriklistenbild: © Symbolbild / dpa

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