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Im Neubau des BRK-Kreisverbandes Ebersberg gibt es noch einiges zu tun. Im Juli soll das Fünf-Millionen-Projekt fertig werden. Die Kreischefin Elisabeth Seibl-Kinzlmaier plant den Umzug auf Hochtouren.

Elisabeth Seibl-Kinzlmaier (56) aus Wasserburg

Neue BRK-Chefin liebt Menschen und Zahlen

Sie mag Menschen. Und sie mag Zahlen. Beide Vorlieben sind eine gute Voraussetzung für den neuen Job von Elisabeth Seibl-Kinzlmaier. Sie leitet jetzt den Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Ebersberg.

Ebersberg - Dass die 56-Jährige tatsächlich viel mit Zahlen zu tun hat, bestätigt ein Blick auf ihren großen, runden Schreibtisch aus rot-braunem Holz. Auf der einen Hälfte stapeln sich, gut geordnet, Akten. Die andere Hälfte ist leer und dient als Besprechungstisch, wie Seibl-Kinzlmaier sagt. So richtig angefreundet hat sie sich mit dem großen Tisch ihrer Vorgänger in den letzten Wochen seit ihrer Amtsübernahme nicht. Und wird sie wohl auch nicht mehr, wie sie verrät.

Neue BRK-Zentrale kostet 5,5 Millionen Euro

Muss sie auch nicht. Denn der BRK-Kreisverband steht kurz vor einem großen Umzug: Im Juli soll die neue Zentrale im Westen von Ebersberg an der Straße Zur Gass fertig werden. 2100 Quadratmeter groß ist das Gebäude, 5,5 Millionen Euro kostet es. Der Stützpunkt in der Haggenmillerstraße soll noch im Sommer geräumt werden. „Es wird ein spannendes Jahr“, sagt Seibl-Kinzlmaier. „Anstrengend, aber spannend.“

Sie sitzt auf einem der Stühle, die um die Besprechungs-Tischseite ihres Schreibtisches aufgereiht sind und blickt zu ihren Akten. Dahinter versteckt sich ihr Bürostuhl. „Ich hätte mir nicht gedacht, dass ich da jemals sitzen werde“, sagt sie. Es habe sich einfach so ergeben, dass sie Kreisgeschäftsführerin wurde. Auf dem Bürostuhl sitze sie dann, wenn sie ernstere Themen mit jemandem zu besprechen habe – um eine gewisse Distanz zu haben, durch den Tisch, wie sie sagt. Und natürlich, wenn sie mit ihren Zahlen zu tun habe.

Von der Erzieherin zur Geschäftsführerin 

Auch wenn das Bayerische Rote Kreuz ein Wohlfahrtsverband ist, müsse dieser ähnlich wie eine Firma geführt werden. Es geht um Geld. Und um Arbeitsplätze. All das müsse gut kalkuliert werden. Vor allem aber gehe es in ihrer Branche um Menschen und um Hilfe. Die persönliche „Mission“, wie Elisabeth Seibl-Kinzlmaier sagt, ist: Menschlichkeit. „Das BRK leistet Unglaubliches für die Gesellschaft“, betont sie. Sei es vom bekannten Rettungs- und Sanitätsdienst, über den häuslichen Pflegedienst oder die Wasserwacht, bis hin zu Kindertagesstätten. Dort hat für Elisabeth Seibl-Kinzlmaier übrigens alles begonnen, in einer BRK-Kindertagesstätte in Grafing, 2002. Als gelernte Erzieherin übernahm sie damals die Leitung der Einrichtung. Seitdem pendele sie aus Wasserburg, wo sie wohnt, in den Landkreis. Nebenbei studierte sie Gesundheits- und Sozialwirtschaft. Vier Jahre später, 2006, habe sie einen Anruf bekommen. Der damalige Kreisgeschäftsführer, Wolfgang Strehhuber, habe sie gefragt, ob sie die Sachgebietsleitung für die Kindertagesstätten im Landkreis übernehmen wolle. Ihre Antwort: Ja. Seibl-Kinzlmaier koordinierte 13 Einrichtungen mit 80 pädagogischen Mitarbeitern. 2008 bekam die 56-Jährige noch mehr Verantwortung. Sie wurde Bereichsleiterin für alle sozialen BRK-Felder im Kreis. Der Aufstieg zur Kreisgeschäftsführerin folgte 2016 mit dem Ruhestand von Wolfgang Strehhuber.

Seibl-Kinzlmaier koordiniert 350 Mitarbeiter 

Jetzt koordiniert Elisabeth Seibl-Kinzlmaier 350 haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter. Eines liege ihr besonders am Herzen: „Die Wertschätzung aller Mitarbeiter.“ Egal ob angestellt oder freiwillig, jeden treibe das Verlangen an, anderen helfen zu wollen, das sei toll. Natürlich gebe es auch unschöne Zeiten, wenn Rettungskräfte beispielsweise angepöbelt und angegriffen werden. Aber: „Die Herzlichkeit und Dankbarkeit der Menschen, denen wir helfen, überwiegt“, sagt Seibl-Kinzlmaier. Dann heißt es für sie: Mission erfüllt.

Christoph Hollender

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