Bürgermeister Walter Brilmayer wird die von Heimatpfleger Markus Krammer (r.) gestaltete Ausstellung eröffnen. Foto: Stefan Rossmann

Ausstellung im Rathaus

Ebersberg und Oberndorf im 1. Weltkrieg

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Ebersberg - „Der Sturm brach los“: Dazu wird eine Ausstellung im Rathaus am Montag, 29. Februar, von Bürgermeister Walter Brilmayer eröffnet. Konzipiert hat sie Kreisheimatpfleger Markus Krammer.

„Siegesturm“ sollte der Ebersberger Aussichtsturm heißen, als er 1914 gebaut wurde. Das war in der ersten „Euphorie“ zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Später nahm man von dieser Namensgebung Abstand, auch als sich die Gräuel der Kämpfe zeigten.

Dass Krieg war, lässt sich am Turm auch an einem anderen Punkt ablesen: Bei der Restaurierung vor einigen Jahren war aufgefallen, dass im unteren Bereich sehr viel massives Metall im Beton verbaut worden war. Weiter oben war es dann bedeutend weniger. „Eisen wurde rar“, so Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer. Er wird am Montag, 29. Februar, eine Ausstellung im Rathaus zum Ersten Weltkrieg (1914/18) eröffnen, die von Heimatpfleger Markus Krammer zusammengestellt wurde.

Vor 100 Jahren begann die Schlacht von Verdun

Der Zeitpunkt wurde gewählt, weil vor 100 Jahren im Februar 1916 die Schlacht von Verdun begann. Die dortigen monatelangen Kämpfe wurden zum deutsch-französischen Symbol für die tragische Ergebnislosigkeit des Stellungskriegs.

Die Ebersberger Ausstellung zeigt vor allem, „wie es den Leuten bei uns ging“, betonte Krammer jetzt bei der Vorstellung des Konzepts. Es geht um die Kreisstadt und die damals eigenständige Gemeinde Oberndorf. Auf 28 großflächigen Tafeln sind viele Bilder und Dokumente aus dieser Zeit zu sehen. Ein Bild zeigt eine Gruppe von Soldaten an der Mariensäule beim Abschiedstreffen vor dem Einsatz an der Front - begleitet von einem Trommler. Mit auf dem Bild ist der damals 18-jährige Josef Bauer, der wenige Tage darauf, am 10. August, in Flandern fiel. „Der Sturm brach los“, schrieb der später Bürgermeister von Oberndorf, Hans Bodmeier, damals.

Feldpostbriefe und andere historische Dokumente sind ausgestellt

In die Ausstellung aufgenommen wurden unter anderem Feldpostbriefe der Soldaten an ihre Lieben in der Heimat. Thematisiert werden zudem die Herausgabe des gemeindlichen Notgeldes, die Folgen der Zwangsbewirtschaftung oder die Abgabe der Kirchenglocke für die Rüstungsindustrie. Den Abschluss bilden Dokumente über die Kriegerehrung nach dem Ende der Kämpfe im Februar 1919, die Heimkehr der Kriegsgefangenen und das Anlegen der Heldenallee unterhalb des Aussichtsturms. Dort erinnern Totentafeln an die 84 Gefallenen der Gemeinde Ebersberg. Wenn man bedenkt, dass der Ort damals rund 2500 Einwohner gehabt hatte, ist das „ein Wahnsinn“, so Brilmayer. Krammer sprach von einem „gewaltigen Aderlass“.

Die Ausstellung im Rathaus solle auch deutlich machen, „wie dankbar wir sein müssen, in Frieden zu leben, trotz aller Schwierigkeiten, sagte der Bürgermeister.

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