Das Ebersberger Hallenbad sieht schlichtweg vergammelt aus. Ein Zustand, gegen den jetzt etwas getan wird. Foto: sro

Schandfleck soll sich verändern

Ebersberg packt das marode Schwimmbad an

Ebersberg - Sanierung oder Neubau: Spätestens im Jahr 2018 soll mit dem Projekt begonnen werden. Das wurde im Rahmen der Haushaltsberatungen deutlich.

Fünf öffentliche Schwimmbäder finden Wassersportler im Landkreis Ebersberg, in Glonn, Markt Schwaben, Kirchseeon, Vaterstetten und Ebersberg. Allesamt bedeuten sie für die Gemeinden eine hohe finanzielle Belastung. Kommunale Hallenbäder laufen quasi per se defizitär, sind wie die meisten kulturellen Einrichtungen eher als Zuwendung, als Zuckerl einer Kommune an ihre Bürger zu verstehen.

In finanziell knappen Zeiten wird daher immer wieder abgewogen, ob sich der Unterhalt eines Bades noch lohnt. Ebersberg will seinen Bewohnern nicht nur das Familienbad am Klostersee bieten, sondern auch an seinem Hallenbad festhalten. Das steht für die Stadträte durch die Bank fest. Auch wenn sie sich damit das nächste Großprojekt aufs Tapet heben. Denn das gut 40 Jahre alte Bad an der Baldestraße ist generalsanierungsbedürftig.

„Einfach kaputt“

„Das Hallenbad ist in der ganzen Stadt das Gebäude, in dem mit Abstand am meisten Energie verschwendet wird“, hat Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses des Stadtrats gesagt. „Einfach kaputt“ sei das Dämmsystem der alten Wände.

Susanne Schmidberger von den Grünen fügte ein drastisches Messergebnis hinzu: Bei einem Thermografie-Spaziergang des Arbeitskreises Energiewende 2030 habe die Temperatur an der Außenfassade des Schwimmbads 15 Grad betragen, während die Umgebungstemperatur bei zwei Grad lag. „Wir sollten das angehen!“, lautete der Appell des Bürgermeisters, der dafür Zustimmung aller Fraktionen erntete.

Gut 5,3 Millionen will die Stadt investieren

Gut 5,3 Millionen Euro wollen die Stadträte daher in den Haushalten der nächsten Jahre für das Hallenbad bereitstellen. Nächstes Jahr, allerspätestens 2018, soll nach dem Wunsch der Räte mit der Maßnahme begonnen werden. Bleibt einzig die Frage, ob überhaupt saniert wird oder aber ein Neubau des Bades günstiger und attraktiver kommen würde. „Das müssen wir gegenüberstellen und entscheiden“, sagte Brilmayer. Das Hallenbad wird als Schulschwimmbad für die benachbarte Schule zu einem Drittel staatlich bezuschusst.

Wie es einem ergeht, wenn man die Existenz des örtlichen Hallenbads in Frage stellt, musste einst der frühere Grünen-Stadtrat Dieter Berberich erfahren. Er hatte sich dafür ausgesprochen, das Bad aus Kostengründen zu schließen. Eine Welle der Empörung schlug ihm entgegen. Sanierungsmaßnahmen an dem Bad hatte er als „Kosmetik an einer Leiche“ abgetan.

Uta Künkler

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