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Kleine Äpfel, große Kartoffeln: So steht es um regionales Obst und Gemüse

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Von: Raffael Scherer

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Kein Mangel herrscht an der Apfel-Sammelstelle von „Ebersberger Land“ in Bruck. Im mit den Vitaminbomben beladenen Lkw kniet Josef Abinger, der die Früchte auf seinem Hof annimmt.
Kein Mangel herrscht an der Apfel-Sammelstelle von „Ebersberger Land“ in Bruck. Im mit den Vitaminbomben beladenen Lkw kniet Josef Abinger, der die Früchte auf seinem Hof annimmt. © Stefan Roßmann

Die Hobbygärtner im Landkreis ziehen erste Erntebilanz: Während die Äpfel weniger und kleiner sind, gibt es beim Gemüse einige Gewinner.

Landkreis – Die Apfelpresse läuft in Ebersberg bereits, aber bisher hält sich der Kundenansturm noch deutlich in Grenzen. Denn dieses Jahr gibt es scheinbar weniger und kleinere Äpfel in der Kreisstadt. Laut Dirk Schött, Vorsitzender des Vereins Gartenbau und Landpflege Ebersberg, kommt die geringere Ernte daher, dass der Hagelsturm vergangenes Jahr viele angelegte Blüten für die diesjährige Ernte mitzerstört habe. „Wir haben noch keinen Samstag pressen müssen“, erklärt Schött. Lief die Anlage sonst an zwei ganzen Tagen die Woche, war es dieses Jahr bisher immer nur einer oder sogar nur ein halber Tag.

„Wenn man das Gießen nicht vergessen hat, dann ist es schon gegangen“, lautet Josef Obermeiers Fazit in Poing zur diesjährigen Ernte. Der Vorsitzende des Vereins für Gartenbau und Landespflege Poing-Angelbrechting hat selbst zwei Apfelbäume in seinem Garten, da sei die Ernte bisher ganz gut.

Rindenbrand wegen trockenem Sommer

Aber auch in seinem Kollegenkreis sowie beim Blick auf die Poinger Streuobstwiese sei auffällig, dass die Äpfel „weniger und vor allem kleiner“ sind als gewohnt. Auch er vermutet den trockenen Sommer als Schuldigen. Der sei auch der Grund, warum viele Äpfel dieses Jahr bereits früher abfallen als sonst: „Aber das ist ganz normal“, beschwichtigt der Experte. Kein Grund zur Beunruhigung. Jetzt, wo der Regen wieder häufiger fällt und die Nächte wieder kälter sind, sollte es den Bäumen bald wieder besser gehen.

„Es ist immer ganz unterschiedlich“, heißt es währenddessen beim Verein für Gartenbau und Landespflege in Oberpframmern. Der Eindruck der Vorsitzenden Angela Broich: „Alle sagen, die Äpfel sind kleiner als sonst, aber es hängen etliche dran.“ Nach dem warmen, trockenen Sommer habe sie bereits an dem ein oder anderen Baum Spuren von Hitzestress, also Rindenbrand festgestellt, der könnte für die kleinere Ernte mit verantwortlich sein, so ihre Vermutung.

Trockener Sommer hilft gegen Kartoffelkäfer

Dafür habe sie von befreundeten Gärtnern gehört, dass die Kartoffelernten dank der Hitze wegen weniger Kartoffelkäfern dieses Jahr sehr gut lief. Auch die Tomaten, die es vergangenes Jahr fast alle verhagelte, seien diesmal wieder in Hülle und Fülle gesprossen, freut sie sich.

Das kann auch Anna Lang, Vorsitzende des Obst und Gartenbauvereins in Egmating bestätigen: „Dieses Jahr sind die Kartoffeln nicht so viele, aber dafür groß und lagerfähig“, so ihr zufriedenes Fazit. Vergangenes Jahr waren auch bei ihr Kartoffeln und Zwiebeln vor lauter Regen innen verfault.

Endlich wieder Feldhasen

Außerdem hat sich auch bei ihr allein in den vergangenen Tagen der Regen deutlich bemerkbar gemacht: „Ich war 14 Tage lang im Urlaub und als ich wiederkam, musste ich Rasenmähen, weil alles 20 Zentimeter hoch gewachsen war“, erzählt sie. Eigentlich dachte Lang aufgrund des trockenen Sommers, dass sie dieses Jahr den Rasenmäher gar nicht mehr anwerfen müsste.

Und sogar ein, zwei Feldhasen konnte sie wieder mit dem Eigenanbau in ihrem Garten verpflegen, erzählt sie: „Da siehst du ja kaum noch einen, da hab ich mich schon gefreut!“

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