Ein Smartphone mit unscharfen aufreizenden Fotos.
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Mit dem Handy hatten die beiden mehrere Nacktbilder ausgetauscht. Sie sagte ihm, sie sei schon 17 (Symbolbild).

Amtsgericht Ebersberg

Er dachte, sie sei älter: Azubi tauscht freizügige Bilder mit Minderjähriger aus

  • Raffael Scherer
    VonRaffael Scherer
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Sie hatten sich im Netz kennengelernt: Poinger und Mädchen schickten sich aufreizende Bilder. Nun stand der Mann deshalb vor Gericht.

Ebersberg – Ein 19-Jähriger Azubi aus Poing hatte einen Betriebsunfall. Sein linkes Knie war im Eimer. Während er mehrere Wochen in der Unfallklinik lag, lernte er ein Mädchen auf Instagram kennen. Die beiden tauschen Handynummern aus und schrieben miteinander. Dabei entwickelten sie quasi eine kleine Online-Beziehung.

Innerhalb von zwei Wochen begann das Mädchen ihm mehrere freizügige Fotos zu schicken und fragte nach Bildern von ihm. Der 19-Jährige gehorchte und fotografierte zwei Mal seine Genitalien. Da das Mädchen jedoch erst 14 Jahre alt war, fand sich der Mann nun, drei Jahre später, vor dem Ebersberger Amtsgericht wieder. Die Staatsanwaltschaft warf ihm die Verbreitung und den Besitz jugendpornografischer Schriften vor.

Prozess gegen 19-Jährigen: Initiative ging klar von dem Mädchen aus

Der heute 23-Jährige erklärte Richter Dieter Kaltbeitzer, dass ihm das Mädchen damals geschrieben habe, dass sie schon 17 Jahre alt sei. „Haben sie gewusst, dass es auch strafbar wäre, wenn sie schon 17 gewesen wäre?“, fragte der Richter zurück. Der Mann verneinte überrascht. Er hätte mit dem Mädchen nach besagten zwei Wochen kaum noch geschrieben. Darum sei „der Kontakt dann flöten gegangen“, sagte der Angeklagte aus.

Das Gericht las sich daraufhin durch den Chatverlauf der beiden. Tatsächlich war für den Angeklagten im Gespräch nicht ersichtlich, dass die junge Frau eigentlich jünger als 17 war. Das Mädchen schickte von sich aus auf einmal die Fotos ihres Körpers und verlangte Fotos von ihm. „Man sieht deutlich, dass die Initiative von dem Mädchen ausging“, fasste Kaltbeitzer zusammen.

Weil Fotos einvernehmlich gesendet wurden: Poinger kommt mit Geldstrafe davon

Da der Poinger damals noch bei seinen Eltern wohnte und in der Ausbildung war, kam in dem Prozess das Jugendstrafrecht zum Tragen. Richter und Staatsanwaltschaft waren sich einig, dass dem Angeklagten angerechnet werden könne, dass er nicht vorbestraft sei, die Tat voll gestanden habe und sichtlich bereue.

Außerdem sei der Chat schon über drei Jahre her und das Versenden damals einvernehmlich gewesen. Darum beließen sie es bei einer Geldstrafe von 600 Euro an die Brücke Ebersberg. Der Verurteilte nahm die Strafe im Gericht an.  

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