Prozess gegen Alkoholsünder

300 Meter Heimweg - Zornedinger Autofahrer mit 2,37 Promille erwischt

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Ebersberg - Statt 300 Meter von der Gaststätte im Ort zu Fuß nach Hause zu gehen, setzte sich ein Zornedinger mit einigen Bieren und Schnäpsen intus noch hinters Steuer.

Es war eine folgenschwere Entscheidung, die ein 61-jähriger Zornedinger im Rausch getroffen hatte: Statt 300 Meter von der Gaststätte im Ort zu Fuß nach Hause zu gehen, setzte er sich mit einigen Bieren und Schnäpsen intus noch hinters Steuer. In seiner Einfahrt kontrollierte ihn gegen 22.30 Uhr die Polizei. Der Mann brachte es auf 2,37 Promille.

"Jetzt musst du noch ein Bier trinken, sonst kannst du nicht schlafen"

Vor dem Ebersberger Amtsgericht bemühte sich der im beschleunigten Verfahren angeklagte Alkoholsünder am Dienstag, seine Einsicht zu demonstrieren. „Es war eine richtige Dummheit“, sagte er über die Trunkenheitsfahrt im Juli. Er sei aufgewühlt in das Lokal gekommen, weil zuvor ein Familienzwist hochgekocht sei. „Jetzt musst du noch ein Bier trinken, sonst kannst du nicht schlafen“, habe er sich gedacht.

In der Gaststätte traf der Zornedinger Bekannte und blieb. Das Auto habe er eigentlich an der Kneipe stehen lassen wollen – sein morgendlicher Weg zum Bäcker hätte ihn ohnehin dorthin geführt. Im Rausch hätte ihn aber die Vernunft verlassen.

Es war nicht das erste Mal

Ob er ein Alkoholproblem habe, wollte Richterin Vera Hörauf von dem Mann wissen. Dieser hatte immerhin bereits mehrfach den Führerschein wegen ähnlicher Vergehen abgeben müssen, zuletzt 2005. Außerdem hatte er trotz seiner starken Alkoholisierung bei der Verkehrskontrolle im Juli quasi keine Ausfallerscheinungen gezeigt. „Ich bin sicherlich gefährdet“, gestand der 61-Jährige. Deshalb sei er nun in ambulanter Behandlung, „die ich ein Jahr durchziehen werde“.

Verteidiger und Staatsanwältin waren sich einig, dass der Angeklagte reuig und um Besserung bemüht ist. Da der Mann außerdem fest im Berufsleben stehe, die gefahrene Strecke sehr kurz und der Mann vorsichtig gefahren sei, schlugen Anklage und Verteidigung vor, auf eine Bewährungsstrafe zu verzichten.

Die Ebersberger Amtsrichterin war gleicher Ansicht. Sie verpasste dem Wiederholungstäter eine Geldstrafe von 1750 Euro und zehn Monate Fahrverbot – auch wegen dessen starker Alkoholisierung bei der Fahrt. Der Mann nahm das Urteil widerspruchslos hin. Er sagte nur: „Ich bin froh, dass nichts passiert ist.“

Rubriklistenbild: © dpa

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