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Die an einer Hirnhautentzündung erkrankte Frau wurde in der Kreisklinik Ebersberg behandelt, bevor sie nach München verlegt werden musste.

Im Kreis Ebersberg

Nach Hirnhaut-Entzündung: Junge Frau (19) ereilt furchtbares Schicksal - Freunde hoffen auf Unterstützung

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Sie hat sich schon als Kind engagiert. Nun wollen ihre Kollegen von der Wasserwacht auf die schwere Erkrankung der 19-Jährigen aus dem Landkreis Ebersberg hinweisen.

Ebersberg - Die junge Frau hat ein furchtbares Schicksal getroffen. Nach einer Hirnhautentzündung war es bei ihr zu einer schweren Komplikation gekommen. Die 19-Jährige erlitt eine äußerst seltene Meningokokken-Sepsis. Die Folge war eine Blutvergiftung und Organversagen. Jetzt mussten ihr deswegen beide Füße amputiert werden. 

„Man kann sich sicher vorstellen, was das für die junge Frau bedeutet und auch für die Familie“, meint eine Freundin, die die Ebersberger Zeitung kontaktierte und zusammen mit anderen jetzt dazu aufgerufen hat, sich an einer Spendenaktion zu beteiligen, die über die Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Ebersberg abgewickelt wird (siehe Kontonummer am Ende des Artikels). „Es geht um die netteste und liebenswürdigste neunzehnjährige junge Frau, die ich kenne.“ 

Das von der Krankheit betroffene Opfer hat sich schon als Kind bei der Wasserwacht engagiert, so wie ihre ganze Familie. „Drei Generationen lang, bis zur Oma“, berichtet Vorsitzender Florian Hellmich. Die Jugendgruppe wolle deshalb im Rahmen ihres Muttertagskaffees am kommenden Sonntag „auf dieses schlimme Schicksal hinweisen“ und den Erlös der Veranstaltung der Familie der 19-jährigen Patientin zur Verfügung stellen. „Die Jugendwasserwacht hat entschieden. Wir müssen etwas tun“, sagt Hellmich. Der Muttertagskaffee findet am Klostersee in Ebersberg statt am Sonntag, 12. Mai, von 13 bis 16 Uhr. „Finanzielle Unterstützung ist dringend notwendig“, bittet Hellmich darum, die jungen Wasserwachtler zu unterstützen bei dem Versuch, ihrem beliebten Mitglied zu helfen. 

Landkreis Ebersberg: 19-Jährige schwer erkrankt - Spendenaktion am Sonntag

Warum finanzielle Hilfe dringend gebraucht wird, erklärt die Freundin der betroffenen 19-Jährigen in einer Mail, die der Ebersberger Zeitung vorliegt, so: „Um wenigstens die finanziellen Schrecken etwas mildern zu können, wird Geld benötigt unter anderem für Benzinkosten, Kur, Zuzahlungen, Prothesen, Rollstuhl, Umbauten und vieles mehr“, bittet sie um Spenden. „Jeder einzelne Euro wird da bei der Familie ankommen.“ Es sei ihr „eine Herzensangelegenheit zumindest etwas helfen zu können“, sagt sie und bedankt sich im Voraus für jede Unterstützung. Sie hat ihren Aufruf auch auf Facebook veröffentlicht und in Deutsch, in Italienisch und Englisch verfasst, um möglichst viele Menschen zu erreichen. 

Wie berichtet, waren im Landkreis Ebersberg zeitgleich zwei Fälle von gefährlicher Hirnhautentzündung festgestellt worden. Infiziert hatten sich in beiden Fällen junge Frauen, in beiden Fällen gab es schwere Komplikationen. Wie sich eine Meningitis äußert – und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Über den Zustand der beiden Patientinnen gab es am Dienstag aber keine zusätzliche Auskunft aus dem Gesundheitsamt Ebersberg. Bestätigt wurde lediglich in einer ersten Stellungnahme Ende März, dass das zeitgleiche Auftreten dieser lebensbedrohlichen Infektion „ungewöhnlich und selten“ sei. 

Hirnhautentzündung: Erkrankte Frauen auf Intensivstation verlegt

Die Gesundheitsbehörde hatte in der Folge versucht herauszufinden, ob die beiden Frauen in irgend einer Weise in Kontakt miteinander gekommen waren. Nachgefragt wurde deshalb auch im Freundeskreis der beiden betroffenen 19-Jährigen. Eine davon arbeitete als Erzieherin in einer Kindertagesstätte in Grafing, weshalb, so berichtete das Gesundheitsamt, die Einrichtung damals vorübergehend geschlossen werden musste, aber nach kurzer Zeit ihren Betrieb wieder aufnehmen konnte. Beide Krankheitsverläufe waren dramatisch, weil sich eine Blutvergiftung bei den jungen Frauen einstellte. Es kam zu „Einblutungen in die Organe“, berichtete der Leiter der Ebersberger Gesundheitsbehörde, Herrmann Büchner. 

Beide Frauen mussten auf die Intensivstation einer Münchner Klinik verlegt werden, wo sie in der Folge um ihr Leben kämpften. Über den Zustand der zweiten Patientin war am Dienstag nichts zu erfahren.

Wer helfen will, überweist eine Spende an folgendes Konto:

AWO Kreisverband Ebersberg eV, IBAN: DE36 7025 0150 0000 3579 13, BIC: BYLADEM1KMS, Verwendungszweck: Spendenkonto Kathi

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