Das Wildschwein kommt zu Ehren: Das Ebersberger Wappentier gibt es künftig auch auf Kaffeebechern. Foto: Stefan Rossmann

Brotzeitserie mit Wappentier

Die Wildsau fest im Blick

Ebersberg - Beim Frühstückskaffee der Heimat in Figur des Ebers auf dem Ebersberger Stadtwappen ins Auge zu blicken - das will die „Drucker Tankstation“ möglich machen.

Das Geschäft möchte eine Brotzeitserie mit handgemalten Motiven der Kreisstadt samt Stadtwappen herausbringen. Neben Kaffeebechern schweben dem Laden Brotzeitbrettl und Schokoriegel mit Bildern von Rathaus, Aussichtsturm, Klostersee und Stadtwappen vor.

Weil es sich um eine kommerzielle Vermarktung des städtischen Wappens handelt, musste sich die „Drucker Tankstation“ dafür die Genehmigung des Stadtrats einholen. Die hat sie auch bekommen. Allerdings waren nicht alle Stadträte begeistert. Während der Kaffee aus einem derartigen Ebersberg-Becher dem einen Stadtrat schmecken wird, verzieht der andere sein Gesicht.

„Das begeistert mich nicht so wahnsinnig“, sagte Rosemarie Will von den Grünen. Sie befürchtet, dass man mit der Genehmigung einen Präzedenzfall schaffe. Der gleichen Meinung ist Toni Ried (FW): „Man sollte schon vermeiden, dass unser Wappen mehr und mehr banalisiert wird“, sagte er. Er hat die Sorge, dass es nicht bei der Brotzeitserie bleiben würde. „Nicht, dass das Stadtwappen dann für Dinge missbraucht wird, auf die es nicht passt“, meinte er. „Ich denke da zum Beispiel an Taschentücher - und man kann in der Fantasie ja noch weitergehen.“

Bürgermeister Brilmayer (CSU) beruhigte seinen Stellvertreter. Es werde in jedem Einzelfall neu entschieden, zunächst also lediglich für Tasse, Brettl und Riegel. Ob also in Zukunft original Ebersberger Toilettenpapier mit dem Stadtwappen über die Ladentheke gehen darf, wird im Fall der Fälle erneut beraten. Bis dahin freut sich sein Sohn Florian Brilmayer (CSU), schon auf den ersten Kaffee aus der Tasse mit dem steigenden Eber. „Ich finde das gut“, sagte er. Außerdem: „Wer weiß, wie oft das Stadtwappen schon kommerziell verwendet wurde, ohne dass wir davon wussten.“ Mit zwölf zu zehn Stimmen erlaubten die Ebersberger Stadträte das Projekt der „Tankstation“.

Von Uta Künkler

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