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Zornedings ehemaliger Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende am Dienstagmorgen vor dem Ebersberger Amtsgericht. Er war als Zeuge geladen, seine Anfahrt aber blieb umsonst.

Pfarrer reist vergebens für Aussage an

Zorneding-Prozess geplatzt: Haftbefehl gegen Angeklagten (74)

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Für rassistische Morddrohungen gegen den dunkelhäutigen Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende sollte sich ein Münchner (74) vor dem Ebersberger Amtsgericht verantworten. Doch er tauchte nicht auf.

Das Ebersberger Amtsgericht hatte sich auf einen überdurchschnittlichen Besucherandrang vorbereitet. Zu der Verhandlung wegen der Morddrohungen gegen den ehemaligen Zornedinger Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende waren Reporter mehrerer regionaler Medien erschienen, sogar ein Fernsehteam war gekommen. Richterin und Staatsanwaltschaft hatten ihre Plätze eingenommen - es fehlte nur einer: der Angeklagte.

Der 74-Jährige Münchner, der wegen Volksverhetzung angeklagt ist, ließ seinen Prozess, der für 9 Uhr am Dienstagmorgen angesetzt war, platzen. Nach der üblichen Wartefrist von 15 Minuten erklärte Richterin Vera Hörauf: "Wir haben leider keinen Angeklagten." Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende, der als Zeuge geladen war, verließ das Gericht unverrichteter Dinge. Er gab sich angesichts der vergebenen Anreise gelassen: "So ist das Leben."

Jetzt wird der Angeklagte per Haftbefehl gesucht

Noch im Gerichtssaal erließ die Richterin auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den 74-Jährigen Angeklagten. Der Mann ist bereits unter anderem wegen Volksverhetzung vorbestraft. Zu den Vorwürfen im Fall Zorneding schweigt er sich bislang aus. Für den Prozess am Dienstag hatte er keinen Verteidiger benannt.

Die Ladung zu dem Prozesstermin sei dem Angeklagten bereits am 14. September ordnungsgemäß zugestellt worden - das gab die Richterin bekannt. Entschuldigt sei der  Mann ebenfalls nicht gewesen. Der Ersatzverhandlung wird er nun nicht so leicht entgehen. Sie soll im Fall einer erfolgreichen Verhaftung in den kommenden Wochen stattfinden. 

"Wir gehen nicht davon aus, dass der Angeklagte abgetaucht ist. Wahrscheinlich spielt er Verstecken", vermutet der Pressesprecher des Amtsgerichts. Wird der Mann von der Polizei angetroffen, dürften die Handschellen klicken. Ob der Mann im Falle seiner  Verhaftung bis zum Ersatztermin im Gefängnis bleiben muss, liege im Ermessen des Haftrichters, dem der Angeklagte nach seiner Festnahme vorgeführt wird.

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