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Besuch aus Japan: v. l. Klaus Breindl, Projektgruppenleiter „Flächendeckendes Carsharing“ mit Kenta Ishiwatari, Takehiko Yoshizawa, Christian Steger-Vonmetz, A ugustinus Meusel vom Regionalmanagement und Norbert Neugebauer, Ingo Kwisinski und Wilma Böhm von den regionalen Autoteilern. 

Carsharing für Erdbebengebiet

Mit Auto von Ebersberg nach Japan

Auf eine virtuelle Reise ins 13 000 Kilometer entfernte Japan und zurück hat sich kürzlich die Projektgruppe „Flächendeckendes Carsharing im Landkreis Ebersberg“ begeben.

Ebersberg – Im Landratsamt machten zwei Vertreter der Japanischen Carsharing Vereinigung Station, die sich auf einer Studienreise in Deutschland befinden, um gute Beispiele für funktionierende Carsharing-Systeme zu erkunden. Als kundiger Gesprächspartner stand die Projektgruppe unter Leitung von Klaus Breindl aus Vaterstettener Rede und Antwort. Die Gäste kommen aus der von einem Tsunami aufgrund des „Großen ostjapanischen Erdbebens“ im März 2011 fast vollständig zerstörten Stadt Ishinomaki. Damals waren von den 130 000 Einwohnern ca. 20 000 Menschen getötet worden, die meisten wurden obdachlos. Begleitet wurden die Japaner von einem Vertreter der Vorarlberger Carsharing-Organisation ‚Caruso’, einem Pionier auf diesem Gebiet und Berater der japanischen Carsharing-Vereinigung.

Durch einen regen Austausch in englischer Sprache mit der Ebersberger Projektgruppe konnten die Gäste in Erfahrung bringen, wie sich im Landkreis bisher bereits in acht größeren Gemeinden ein ehrenamtlich geführtes, stationsgebundes Carsharing etabliert hat. Die Pläne der Projektgruppe, bis zum Jahr 2030 in allen Orten des Landkreises mit mehr als 1000 Einwohnern ein solches System aufzubauen, beeindruckten die Gäste.

Aber auch die Gastgeber profitierten von dem Treffen: Im Landkreis wird Carsharing als Teil des Mobiliätskonzeptes gesehen. In der ostjapanischen Stadt, in der immer noch ein Großteil der Menschen in Behelfsunterkünften lebt, wurde durch die Naturkatastrophe auch nahezu der gesamte Bestand an Fahrzeugen zerstört. Deshalb ist Carsharing dort ein soziales Hilfsprojekt. Unterstützt wird das Vorhaben dort von der Kommune und dem öffentlichen Nahverkehrsunternehmen. Der einfach lebenden Bevölkerung wird dadurch ermöglicht, wieder ihre Verwandten zu besuchen und dringende Erledigungen durchzuführen. Carsharing stärkt dort die Nachbarschaft und tritt der Vereinsamung entgegen. Wie in Japan, sind die Nutzer der Carsharing-Vereine nicht nur Kunden sondern Vereinsmitglieder, mit dem Vorteil, dass sich jeder mit seinen Talenten einbringt. Die Gäste versprachen, im Jahr 2030 wiederzukommen um zu sehen, wie sich das Carsharing-Projekt weitereinwickelt hat.  ez

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