Antrag an den Stadtrat

Ebersberger CSU fordert: Senioren tagsüber betreuen

Frauen Union und CSU-Stadtratsfraktion fordern eine Tagesbetreuung für Senioren in Ebersberg. Einen entsprechenden Antrag stellten sie jetzt an den Stadtrat. Darum geht‘s.

Ebersberg – Wenn nach einem Beinbruch die Schritte zu unsicher sind, um das Leben täglich alleine bestreiten zu können, oder wenn die eigene Vergesslichkeit plötzlich Angst vor dem Alltag macht, dann sind Senioren auf Hilfe angewiesen. Doch längst nicht immer ist das Familiennetz so engmaschig, dass die Jungen die Alten begleiten, betreuen und pflegen können oder wollen. Die Not, die dann entstehen kann, erfährt jeder, der in einem pflegenden Beruf tätig ist.

Auch Marina Matjanovski sieht sich in ihrem beruflichen Alltag als Pflege-Bereichsleiterin an der Kreisklinik Ebersberg regelmäßig mit den Ängsten ihrer älteren Patienten konfrontiert: „Was soll ich denn machen, ich bin doch allein? Ich will aber nicht ins Heim“, heißt es dann, erzählt die Krankenschwester. Wenn aber nicht das Heim, was dann?

„Wir haben eine Lücke in der ambulanten Versorgung“, meint Matjanovski, die für die CSU im Ebersberger Stadtrat sitzt. Diese Lücke will sie nun schließen – mit einer Tagesstätte für Senioren. „Ich trage die Idee seit längerem im Kopf“, sagt Matjanovski. Die Vorsitzende der örtlichen Frauen Union hat einen Antrag initiiert, durch den die Stadt damit beauftragt werden soll, den Bedarf und die Möglichkeiten für die Einrichtung einer Seniorentagesstätte zu prüfen. Mit dem Antrag, den auch CSU-Fraktionschef Martin Schedo unterzeichnet hat, wird sich der Stadtrat nun befassen.

In der Einrichtung sollen die Senioren tagsüber von Fachpersonal betreut werden. Auf dem Programm sollen zum Beispiel Gymnastik und Gehübungen sowie Gedächtnistraining und Gesellschaftsspiele stehen. Eine leichte medizinische Versorgung, etwa Blutzuckerkontrolle oder Medikamentengabe, und gemeinsame Mahlzeiten sollen ebenfalls gewährleistet sein. Um möglichst flexibel auf die Bedürfnisse der Senioren eingehen zu können, soll ein Betreuungsplatz für einzelne Wochentage buchbar sein. „Ich wäre sehr glücklich, wenn wir das in Ebersberg bieten könnten“, sagt Matjanovski. Am Bedarf hat sie keinen Zweifel: „Wir haben eine alternde Gesellschaft und immer mehr Senioren, die vereinsamen. Das betrifft selbst diejenigen, die Kinder haben, wenn sie zum Beispiel in anderen Städten leben.“ Außerdem hätten die Jungen durch berufliche Verpflichtungen heute wenig Zeit für ihre Eltern und Großeltern. Auch dort, wo Angehörige die Pflege übernehmen, sei eine Tagesstätte wertvoll, sagt Matjanovski. Denn die Pflege eines Familienmitglieds belaste sehr und führe nicht selten an die Grenzen der eigenen Gesundheit. Wenn da zwei Tage pro Woche durch aushäusige Betreuung abgedeckt werden, bedeute das Entlastung.

Übrigens ist Matjanovskis Idee nichts Neues und in anderen Städten längst Alltag. So betreibt etwa die Pflegestern GmbH bereits seit Jahren eine ähnliche Einrichtung in Grafing.

Uta Künkler

Rubriklistenbild: © dpa

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