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Die Pfarrkirche St. Sebastian: Künftig nicht mehr gemeinsames Ziel der Ebersberger Drittklässler

Wirbel um Drittklässler

Ebersberger Eltern verhindern Gottesdienstbesuch

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Ebersberg - Die meisten Drittklässler der Ebersberger Grundschule haben am Dienstag einen ganz normalen Schultag.  Dieser normale Schultag ersetzt eine Veranstaltung, die mehr als zehn Jahre Tradition an der Schule hat und künftig nicht mehr stattfinden wird. Grund: Elternprotest.

Schulleiter Alexander Bär hat den Kommunionsausflug abgesagt. Zu diesem lud bislang die katholische Pfarrei Ebersberg die Drittklässler der Schule jedes Frühjahr ein. Teil dieses Besinnungstages war dabei stets der Besuch des katholischen Gottesdienstes mit Eucharistiefeier für die Kommunionskinder. Die Teilnahme an dem Ausflug war stets freiwillig, nicht teilnehmende Kinder wurden an der Schule betreut.

So lautete die Planung auch dieses Jahr, doch dann kam die Kehrtwende der Schule: In einem Elternbrief teilte der Rektor mit, dass der Ausflug in Zukunft nicht mehr stattfinden wird. Der Grund seien „berechtigte Einwendungen von Eltern“, so Bär in dem Schreiben.

Der Ausflug „war ein Konstrukt, das auf einer allgemeinen Akzeptanz beruht hat“, sagte der Rektor auf Nachfrage der Ebersberger Zeitung, „diese 100-prozentige Akzeptanz ist nicht mehr gegeben.“ Bär verweist darauf, dass der Ausflug schon seit Jahren intern in der Diskussion gestanden habe.

Das Ende für die Veranstaltung aber kam nach Intervention von höherer Stelle: Nach Informationen der Ebersberger Zeitung erhielt das Schulamt Ebersberg eine Beschwerde von Elternseite, ob es mit dem Ausflug rechtlich seine Ordnung habe. „Die Eltern haben hier den regulären Unterricht eingefordert“, sagt Amtsleiterin Angela Sauter. Sie verweist auf diesbezügliche organisatorische Schwierigkeiten, die die Absage nach sich gezogen habe.

"Ein Ausflug der katholischen Kirche ist etwas problematisch“, sagt Schulleiter Bär, da bei der Veranstaltung während der Unterrichtszeit nur eine Religionsgemeinschaft im Fokus gestanden habe. Die Schule sei sich ihrer Neutralitätspflicht gegenüber allen Konfessionen bewusst und habe nun entsprechend gehandelt.

Dabei habe es auch keinerlei Differenzen mit der Ebersberger Pfarrgemeinde gegeben, versichert Bär. Dort sei die Absage auf Verständis gestoßen. Auch von Elternseite habe es nur wenige Nachfragen gegeben.

„Es gibt nur Gewinner“, findet der Schulleiter. Er stehe dafür ein, dass alle Mitglieder der Schulgemeinschaft ernst genommen würden. So gelte es zu vermeiden, dass über Gruppendruck die Klassengemeinschaft mit „weltanschaulichen Themen vermengt“ werde. Die Schule wolle einer wertneutralen Haltung gerecht werden.

Verzichten müssen die Kommunionskinder auf ihren Ausflug am Dienstag übrigens nicht: Gegen Mittag geht es ins Pfarrheim, wo ein kleines Fest stattfindet – jedoch nur für die katholischen Erstkommunikanten.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Heimatkunde aus dem echten Leben

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