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Das Gebäude des Hotels Hözerbräu am Ebersberger Marienplatz bleibt erhalten, die Fassade ist Teil des historischen Ensembles im Herzen der Stadt. 

Hotel Hölzerbräu

Ebersberger Filetstück an Investor verkauft

Die nächste Großbaustelle im Herzen der Kreisstadt kündigt sich an: Das Areal rund ums Hotel Hölzerbräu ist an einen Großinvestor verkauft worden. Zusammen mit Parkflächen und Schuppen werden dadurch mindestens 4000 Quadratmeter in Wurfweite zum Rathaus komplett neu überplant.

Ebersberg – Darüber hat Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) imStadtrat informiert. Gesetzlich stand der Stadt Ebersberg aufgrund der Zentrumslage eigentlich das Vorkaufsrecht für das Gelände zu. Nach intensiven Diskussionen hat man sich im Rathaus aber dagegen entschieden, dem Vorhaben des Investors einen Riegel vorzuschieben, berichtet Brilmayer auf Nachfrage unserer Zeitung. Zwar handle es sich um eine „äußerst wichtige Fläche mitten in der Stadt“. Aber die Entscheider gingen davon aus, „dass wir die Ziele, die die Stadt für das Gebiet verfolgt, auch so erreichen können.“

Schließlich habe man im Rathaus die Entscheidungshoheit über den Bebauungsplan und könne allein mit diesen gesetzlichen Mitteln schon dafür sorgen, dass an der Stelle das Gewünschte gebaut wird. Und diese Wünsche wären in der Hauptsache Wohnungen: „So mitten in der Stadt böte sich Wohnbebauung natürlich an“, sagt Brilmayer.

Ob sich eventuell sogar ein paar Sozialwohnungen verwirklichen lassen und ob durch eine Erneuerung der Tiefgarage vielleicht auch zusätzliche öffentliche Stellplätze entstehen könnten, wird die Zukunft zeigen. Auf jeden Fall erhalten bleiben soll das Gebäude des Hotels, sagt der Rathauschef. Die Fassade des Jahrhunderte alten Hauses ist Teil des historischen Ensembles am Marienplatz und untersteht dem Denkmalschutz. Ein Abriss komme also nicht in Frage. „Das Hotel ist sehr wichtig für die Stadt Ebersberg“, so der Bürgermeister. Das Haus mit 50 Zimmern gehobener Ausstattung, Tagungsräumen und Restaurant wird derzeit von den Hoteliers Maria und Christian Lehmann geführt, die noch drei weitere Gasthäuser in der Region München betreiben.

„Jetzt geht es los“, sagt Brilmayer durchaus freudig. Dieses große Gelände in der Altstadt, auf dem bisher mit einem großen Schuppen und viel Parkfläche viele Quadratmeter verschenkt werden, ist ein Glücksfall für die Stadt. „Wir haben mit dem Investor bereits ein sehr gutes Gespräch geführt“, sagt Brilmayer.

Er sehe durchaus die Möglichkeit für eine „Win-win-Situation“ gegeben, also dass der Investor seinen Gewinn machen könne und dennoch das entsteht, was die Stadt an der Stelle braucht und will. Vielleicht werde man zu Anfang eine Art Planungswettbewerb ausrufen. Eventuell vergrößert die Stadt das zu überplanende Areal nicht unwesentlich auf die Gesamtgröße eines Fußballfeldes. In Aussicht steht das sich im Norden anschließende Gelände der Freiwilligen Feuerwehr. Ohnehin sei das bisherige Feuerwehrgrundstück sehr beengt und die Stadt auf der Suche nach einem Alternativstandort, so Brilmayer. Dann wären platzmäßig sicher diverse öffentliche Parkplätze und zahlreiche Wohnungen möglich. „Wir werden sehen“, meint der Bürgermeister.

Uta Künkler

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