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Geheimnisvoller Brunnen im Ebersberger Forst: Der Deckel ist weg - Bewohner aufgeschreckt

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Von: Robert Langer

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Die Betonplatte wird abgenommen. Der erste große Schritt zur archäologischen Untersuchung des geheimnisvollen Brunnens im Ebersberger Forst.
Die Betonplatte wird abgenommen. Der erste große Schritt zur archäologischen Untersuchung des geheimnisvollen Brunnens im Ebersberger Forst © Stefan Rossmann

Die Betonplatte ist weg. Rund um das Loch steht eine Gruppe und blickt in die Tiefe. Das Abenteuer um die nächste Stufe der Erforschung des geheimnisvollen Brunnens mitten im Ebersberger Forst beginnt.

Ebersberg - Montag, 4. Juli, 9 Uhr, irgendwo im Ebersberger Forst: Eine Gruppe von Experten macht sich an die Arbeit, um das Geheimnis des mysteriösen Brunnenschachts, das mitten im Wald entdeckt worden war, zu lüften. Zunächst aber wird ein Siebenschläfer aufgeschreckt, der an der Wand des Schachtes an den runden Flusssteinen emporklettert.

Ebersberger Forst: Spezialisten wollen sich in geheimnisvollen Brunnen abseilen

Bald sollen sich Spezialisten in den Brunnen abseilen, um vielleicht sein Geheimnis zu enthüllen. Doch das könnte noch etwas Zeit brauchen. Für rund eine Woche sind die Arbeiten geplant, es könnte aber auch länger dauern. Deswegen sind unter Fichten und anderen Bäumen ein großes Zelt und eine mobile Toilette aufgebaut.

Wie alt der Brunnen ist und wer ihn weit abseits der bekannten Siedlungen gebaut hat, ist bisher unklar. Seit der Wiederentdeckung des Schachtes und ersten Untersuchungen vor einem Jahr wird viel spekuliert.

Mysteriöser Brunnen im Ebersberger Forst: Gelände wird gesichert

Zunächst gibt Bernhard Häck vom Landesamt für Denkmalpflege klare Anweisungen. Er ist Grabungsleiter und Höhlenarchäologe. Zunächst wird das Gelände um den Brunnen gesichert. Einige kleinere Bäume werden mit der Motorsäge gefällt, um Platz zu schaffen. Mit im Team sind Mitarbeiter der Staatsforsten um Revierförster Daniel Fraunhoffer.

Die Betonplatten werden hängend am Geschirr eines Laders weggeschafft. Dann kommt der direkte Umkreis des Brunnenschachtes dran. Die Oberfläche wird abgegraben. „Nicht mehr als zwei oder drei Personen auf einmal am Rand“, gibt der Grabungsleiter vor. Sicherheit ist ganz wichtig. Der Untergrund könnte nachgeben.

Die Erde wird abgehoben, dann die losen Steine bis zur obersten festen Ebene des Brunnens. Im Einsatz sind zunächst ein ganz normaler Spaten und eine handelsübliche Schaufel. Dann werden die verwendeten Geräte feiner. Das Material wird teilweise per Hand weggetragen oder mir einer schon älteren Schubkarre weggefahren, auf verschiedene vorsortierte Haufen.

Wer stört denn da? Ein Siebenschläfer klettert an den runden Flusssteinen empor, die den historischen Teil des Brunnens im Ebersberger Forst ausmachen.
Wer stört denn da? Ein Siebenschläfer klettert an den runden Flusssteinen empor, die den historischen Teil des Brunnens im Ebersberger Forst ausmachen.  © Stefan Rossmann

Unter anderem sind Ziegelsteine aus der obersten Schicht des Brunnens an einem Punkt zu sehen. „Die stammen wohl von Arbeiten aus den 1960er Jahren“, sagt Häck. Die Ziegel selbst seien möglicherweise älter. Genauer untersucht wird das derzeit noch nicht. „Alles aus späterer Zeit“, so Häck, der eine Schubkarre voll Erde ein paar Meter vom Brunner entfernt ausschüttet. Rund um den Schacht entsteht ein einige Zentimeter tief ausgehobener Ring. Dort wird Kies aufgebracht. Darüber eine Plattform aus Holz, von der aus weiter gearbeitet werden kann. Damit wird verhindert, dass Druck auf die Brunnenwand ausgeübt wird.

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Untersuchung des Brunnens im Ebersberger Forst: 45 Personen arbeiten vor Ort

Rund 45 Personen werden wohl insgesamt in den nächsten Tagen an dem Projekt vor Ort arbeiten, jedoch nicht alle gleichzeitig. Darunter unter anderem viele freiwillige Helfer und die Feuerwehr sowie Vertreter der Staatsforten, des Wasserwirtschaftsamtes und die Heimatpfleger Thomas Warg und Josef Huber.

Sie sind nicht nur zum Zuschauen dabei, sondern mit im Team, ebenso wie Claus Ortner vom Wasserverband Baldham. Er hat sich über den Brunnen eigene Gedanken gemacht. Bis zum Grundwasser reiche er nämlich nicht. Vielleicht wurde eine wasserführende Zwischenschicht genutzt, vermutet er. Viel gefördert worden könne damit aber nicht sein. Derweil erklärt Grabungsleiter Häck, was in den nächsten Schritten wie dokumentiert werden soll. Er erläutert das anhand eines Plakats eines ähnlichen Brunnen.

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