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Hallo! Feuerwehrmann Ronny Schmidt steckt seinen Oberkörper durch die Luke am Kirchturm.

Komplizierte Aktion von Feuerwehr und Kreisheimatpfleger

Ebersberger Kirchturmuhr hat wieder Minutenzeiger

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Die Aktion war von Kreisheimatpfleger Markus Krammer generalstabsmäßig geplant worden und dauerte nur eine knappe halbe Stunde. Dann war der Minutenzeiger wieder an seinem Platz, den ein Sturm vor Wochen von der Nordseite der Eberberger Sebastianikirche abgerissen hatte.

Perfekt! Lukas Riddermann montiert den neu vergoldeten Zeiger auf der Welle der Kirchturmuhr.

Ebersberg – Frisch von der Ebersberger Kunstschmiede Bergmeister in Langwied vergoldet, glänzte er um 18.15 Uhr wieder im Abendlicht. Dabei hatte die Aktion erst um 17.45 Uhr begonnen. Auf dem Schlossplatz hatten sich Zuschauer versammelt, die dem einmaligen Spektakel beiwohnen wollten.

Vorher hatte im Stadtpark eine kurze Besprechung stattgefunden, bei der sich Florian Bauer, Christoph Münch, Florian Huber, Ronny Schmidt und Florian Schmaus vom Absturzsicherungstrupp der Ebersberger Feuerwehr noch einmal absprachen. Den Zeiger auf der Welle zu montieren, war dann die Aufgabe von Lukas Riddermann, dem 26 Jahre alten Enkel des Kreisheimatpflegers, der am Walky-Talky die Kommandos gab.

„Jetzt schaut der Erste raus“, machte Bürgermeister Walter Brilmayer die um ihn herumstehenden Ebersberger Kinder aufmerksam, dass sich am Turm was tat. Tatsächlich, der erste Feuerwehrmann streckte aus der Luke an der Kuppel der Ebersberger Kirche in 52 Metern Höhe den Kopf raus. Auf dem Dach des Langschiffes standen bereits zwei seiner Kollegen, zu denen er an einer Schnur einen gelben Rucksack herunterließ. „Da ist das zweite Seil drin“, klärte Krammer mit dem Funkgerät in der Hand die Zaungäste auf. An diesem Strang wurde der Minutenzeiger befestigt und mit der Verlängerung und Schwung schräg zur Luke bugsiert, in der Riddermann kauerte. Dann die einzige Panne: Der Zeiger musste noch einmal abgelassen werden, weil er mit der Spitze nach unten zeigte, zusammen mit dem Stundenzeiger der 350 Jahre alten Kirchturmuhr aber auf 12 Uhr gestellt werden musste. Das gelang im zweiten Anlauf mühelos, der Zeiger wurde von Riddermann fest auf der Welle verschraubt.

Nach einer halben Stunde war alles erledigt, der Absturzsicherungstrupp konnte wieder abrücken. Gut für Bürgermeister Walter Brilmayer, weil er vor eine abendlichen Sitzung noch eine Brotzeit machen wollte. „Des mag ich gar nicht“, sagte er und meinte damit eine Sitzung auf nüchternen Magen. Gut auch für den Ebersberger Stadtpfarrer Josef Riedl, der am Abend zu einem Essen mit dem Pfarrgemeinderat musste. Je nachdem, wann er wieder heimkommen sollte, wurde ihm von Krammer aufgetragen, entweder um Mitternacht oder um 12 Uhr mittags die Uhr wieder „anzuschieben“. Eine seltene Gelegenheit übrigens für die Ebersberger Gläubigen, auf einfache Weise festzustellen, wann denn ihr Pfarrer am Abend vorher nach Hause gegangen ist. Sie brauchten dazu nur am Donnerstagvormittag auf die Kirchturmuhr schauen. „Perfekt hast’ du’s gemacht“, lobte Brilmayer seinen Heimatpfleger. Das sahen auch die Zuschauer auf dem Schlossplatz so. In den nächsten Tagen wird Krammer noch die „Feinjustierung“ der Uhr vornehmen. Vom Generalstabsplan, den der Heimatpfleger auf einer Seite Din A 3 mit Bleistift gezeichnet hatte, bekam Brilmayer eine Kopie – als Erinnerung an die Aktion.

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