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Noch hat die Kreisklinik Ebersberg genügend Pflegekräfte. Doch schon für das Jahr 2020 befürchtet Geschäftsführer Stefan Huber einen Mangel an Personal. Dann drohen dem Haus Abschläge auf Leistungen. Mitarbeiter sind im Moment schwer zu finden. 

Bilanz im Kreistag

Ebersberger Klinik braucht mehr Pflegekräfte

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Die Ebersberger Kreisklinik ist bei den Patienten beliebt. Aber es fehlen Arbeitskräfte in der Pflege. Diese sind schwer zu finden, auch weil bezahlbarer Wohnraum im Landkreis äußerst knapp ist.

Ebersberg – Die Kreisklinik Ebersberg erfreut sich einer hohen Zufriedenheit bei ihren Nutzern. Laut der Statistik für das laufende Jahr würden rund 96 Prozent der Patienten das Krankenhaus weiterempfehlen. Einen ebenfalls hervorragenden Wert erreicht die Klinik bei einer weiteren Untersuchung, der sogenannten Weißen Liste. Hier schneidet die Ebersberger Einrichtung auch mit Blick auf vergleichbare Krankenhäuser bestens ab.

„Darauf können wir wirklich stolz sein“, sagte Klinikgeschäftsführer Stefan Huber in seinem Halbjahresbericht im Kreistag. Er verwies jedoch auch auf Beschwerden. Dabei ging es vor allem um das Verhalten des Pflegepersonals und des ärztlichen Personals. „Daran müssen wir arbeiten“, meinte Huber.

Sorgen machen der Klinikleitung neue gesetzliche Vorgaben. Da geht es auch um die „Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung“. Definiert werden damit Mindestvorgaben, in welchem Verhältnis Pflegekräfte zu Patienten auf den Stationen sein müssen.

Werden diese Vorgaben nicht eingehalten, drohen dem Krankenhaus Abschläge auf medizinische Leistungen. Eine Auswertung für die Kreisklinik habe ergeben, dass die Vorgaben derzeit eingehalten werden können. Ab dem Jahr 2020 fehlten aber zur Erfüllung auf allen Stationen mindestens zehn examinierte Pflegekräfte.

Doch das Personal gebe es einfach nicht, so Huber. Die Anerkennung ausländischer Fachkräfte dauere teilweise Jahre. Die Klinik habe Zusagen von möglichen Mitarbeitern aus Bosnien oder Albanien. Aber die müssten lange an den Botschaften warten, um einen Termin zu bekommen, um einen Antrag zu stellen.

Ein weiteres Problem sei bezahlbarer Wohnraum für die Mitarbeiter, so der Geschäftsführer. Der künftige Erfolg der Klinik werde jedoch massiv davon abhängen. Neue Mitarbeiter aus Deutschland, Europa und der Welt würden nur dann nach Ebersberg kommen, „wenn wir bezahlbaren Wohnraum in Verbindung mit dem Arbeitsplatz anbieten können“.

Dazu gibt es ein Projekt südlich der Klinik. Auf dem Areal könnten 100 Wohnungen auf 5000 Quadratmeter Fläche entstehen, so Huber. Derzeit gebe es aber eine Diskussion darüber, ob eine Tiefgarage oder ein Parkdeck gebaut werden soll. „Bitte lösen Sie das Problem“, appellierte der Geschäftsführer an die Kreisräte. „Wir brauchen die Wohnungen.“

Die Kreisklinik umfasst aktuell 328 Betten in neun Haupt-Fachabteilungen sowie mehrere Zentren und Spezialgebiete. Das Krankenhaus ist mit knapp 1000 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber im Landkreis. In diesem Jahr wurde die Situation in der zentralen Notaufnahme verbessert. Seit Juni gibt es durchgehend eine Doppelbesetzung im ärztlichen Dienst der Inneren Medizin. Der Facharztstandard könne 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche gewahrt werden. Im kommenden Jahr soll im Rahmen der seit rund 25 Jahren laufenden Sanierung der neunte Bauabschnitt abgeschlossen werden. Kostenbudget: 23,15 Millionen Euro. Die Komplettbetriebsübernahme ist für März 2019 geplant.

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