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Das Waldmuseum auf der Ludwigshöhe bekommt eine Photovoltaikanlage aufs Dach. 

Nach 18-jährigem Kampf

Ebersberger Museum Wald und Umwelt bekommt Sonnenkollektoren aufs Dach

18 Jahre hat es gedauert! 18 Jahre hat der Stadtrat für die Ausstattung des Museums Wald und Umwelt auf der Ludwigshöhe mit einer Photovoltaikanlage gekämpft. Jetzt ist er endlich am Ziel.

Ebersberg – Manchmal lohnt es sich, seine Vorbilder in der Tierwelt zu suchen. Einige Tiere verbeißen sich derart fest in ihre Beute, dass sie von selbst partout nicht mehr loslassen. Ihr Kiefer bleibt fest wie ein Schraubstock – für Minuten bis Stunden. Der Stadtrat Ebersberg hatte sich im Jahr 1999 in das Thema Photovoltaik auf dem Waldmuseum verbissen. Jetzt, nach 18 Jahren, scheint der Erfolg greifbar.

Lange ist den Stadträten durch alle Fraktionen hindurch klar, dass auf das Museum, das sich mit den Wechselwirkungen Mensch und Natur beschäftigt, schon allein aus umweltpädagogischen Gründen eine Photovoltaikanlage gehört. Schließlich will man hier beispielhaft zeigen, wie die Energiewende funktionieren kann. Die Wärme liefert eine Hackschnitzelheizung. Durch Sanierungsmaßnahmen konnte der Energieverbrauch des Gebäudes in den vergangenen Jahren halbiert werden. Allein, die Photovoltaikanlage, im Idealfall mit Stromspeicher, fehlte noch für das Umwelt-Rundum-Paket. Doch diese sollte den Räten einige Kopfschmerzen bereiten.

Denn im Laufe der Jahre schwitzten sie allerhand Ideen für eine regenerative Energieerzeugung aus. Eine Anlage auf dem Anbau-Dach wurde aus Gründen des Denkmalschutzes des historischen Gebäudeteiles abgelehnt. Ein kleines Windrad ist nicht möglich, weil das umgebende Gelände Landschaftsschutzgebiet ist. Aus dem gleichen Grund fielen Solarmodule in der Wiese vor dem Haus durch. Aufgeben stand trotzdem nicht zur Debatte.

Jetzt, 18 Jahre nach der ersten Idee, ist eine Lösung in Sicht. In einer Broschüre über Baumaßnahmen an denkmalgeschützten Gebäuden wurde die Stadtverwaltung fündig. „Siehe da, es gibt eine Möglichkeit, wie man in aller Zurückhaltung und Demut vor dem historischen Haus vielleicht doch eine Photovoltaikanlage anbringen kann“, informierte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) im Technischen Ausschuss. Es sind Solarmodule auf dem Markt, die den Blechverkleidungen im Traufbereich bei historischen Gebäuden nachempfunden sind. Der Antrag, die gesamte Traufe oberhalb der Dachrinne des Jagerhäusls damit auszustatten, ist bereits bewilligt. Nun werden die Kosten berechnet, bevor der Stadtrat entscheidet.

Die fast ungläubige Erleichterung der Räte über die gute Nachricht fand viele Töne: „Eine gute Sache“, lobte Martin Schechner (CSU). „Das ist etwas komplett Neues, das anderswo als Vorbild dienen könnte“, sagte Christoph Münch (SPD). Susanne Schmidberger von den Grünen jubelte am Rande der Sitzung: „Heute ist Prosecco-Zeit!“ Einig sind sich die Räte, dass der steinige Weg hin zur PV-Anlage museumspädagogisch aufbereitet und für die Besucher der Ausstellung dokumentiert werden soll. Schließlich seien die vergangenen 18 Jahre ein Lehrstück, „wie filigran unser Staatswesen aufgebaut ist“, sagte Brilmayer vorsichtig. Deutlicher wurde Grünen-Stadtrat Philipp Goldner. Er sprach von einer „weit verzweigten Bürokratie, die einen manchmal verzweifeln lässt“.

Uta Künkler

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