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Volles Haus: Im Alten Speicher erhielten die Absolventen der Realschule Ebersberg ihre Zeugnisse.

Zeugnisverleihung in Ebersberg

Realschul-Absolventen sollen sich einmischen

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Ebersberg - "Werdet politisch aktiv!" Dazu forderte Direktor Eberhard Laspe die diesjährigen Absolventen der Realschule auf. Sie sollen sich einmischen.

Laspe sagte außerdem:  „Sorgt dafür, dass es keinen Krieg gibt.“ Zum Einmischen hat Rektor Eberhard Laspe bei der Zeugnisverleihung der Realschule Ebersberg die 178 Absolventen aufgefordert. In seiner nachdenklichen Rede verwies der Schulleiter auch darauf, dass es nicht sein dürfe, dass sich heute ein Land in sein Schneckenhaus zurückziehe. Wenn Westwind herrsche, erreichten die Folgen einer Atomkatastrophe den Landkreis, auch wenn der Atommeiler an der französischen Ostgrenze stehe. Damals beim Unfall in Tschernobyl habe Ostwind geherrscht. Die Folgen seien immer noch auch im Ebersberger Forst zu spüren. Man müsse sich immer wieder bewusst werden, dass „wir bloß eine Welt haben“. Die Natur brauche die Menschen nicht, aber der Mensch brauche die Natur.

Ein weiterer Rat von Laspe an die Absolventen war: „Geht wählen“. Bei der Frage des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union seinen die jungen Menschen nicht zur Wahl gegangen. Deshalb hätten sich die Konservativen durchgesetzt. Der Brexit ist nach Ansicht von Laspe auch ein Beispiel dafür, dass man nicht über die Köpfe der Bürger hinwegregieren dürfe. Der Rektor erinnerte in seiner Rede zudem daran, dass zwei Jahre lang Flüchtlinge an der Ebersberger Realschule gelebt hätten. Man habe sie näher kennengelernt. „Plötzlich waren sie nicht mehr fremd.“

Jetzt sei es an der Zeit, tief durchzuatmen und zu feiern, so die stellvertretende Landrätin Waltraud Gruber in ihrem Grußwort. Der Schulabschluss sei ein wichtiger Meilenstein im Leben. Gruber lobte den Einsatz der Lehrer. Rektor Laspe mache durch seine herzliche Art die Realschule Ebersberg zu einer großen Familie. Die Schüler sollten lernen, was zu lernen sei und dann ihren eigenen Weg gehen, so Gruber.

Auf den T-Shirts der Absolventen stand "Absolut fertig"

Laspes Stellvertreter Rudolf Bäuml machte sich in seiner Begrüßung Gedanken über die Sprüche, die sich die Absolventen auf T-Shirts drucken ließen. Das sei seit rund 15 Jahren so an der Schule üblich. „Absolut fertig“ sei da zu lesen gewesen. Das wollte Bäuml so nicht stehen lassen. Denn der Realschulabschluss sei nur ein „Zwischenschritt“. Und „absolut fertig“ seien höchstens einige Lehrer und Erziehungsberechtigte gewesen. Den Spruch „der letzte Rest“ wollte Bäuml nicht als negativ sehen. Auf die Gestaltung der T-Shirts hätten die Schüler möglicherweise mehr Zeit verwandt, als auf die Vorbereitung zu den Prüfungen. 

Viel Lob gab es  für die musikalische Umrahmung der Abschlussfeier im Alten Speicher in Ebersberg. Die Leitung hatte Ruthild Hofmann. Das Angebot reichte von traditioneller Blasmusik über Klassik bis hin zu Pop. „Das nennt man einen super brillanten Einstieg“, so Bäuml. Lob gab es vom stellvertretenden Schulleiter auch für Leistungen der Absolventen, die nicht im Zeugnis stehen, von Tutoren bis zu den Schulweghelfern.

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