Ein gemeinsames Gebet am Grab von Hans Attenberger am alten Friedhof in Ebersberg. Foto: sro

Gedächtnisausstellung eröffnet

Ebersberger Rennfahrer sind unvergessen

Die Gedenkausstellung der Ebersberger Rennfahrer-Legenden Hans Attenberger und Sepp Schillinger hat in Ebersberg eine Welle der Emotion ausgelöst. Zahlreiche Kreisstädter und Rennfahrer-Freunde versammelten sich in der Pfarrkirche, wo Diakon Winfried Schütze eine Messe zelebrierte.

Ebersberg– Am alten Friedhof an der Attenberger-Schillinger-Straße liegt das Ehrengrab von Hans Attenberger, das vom Ebersberger Steinmetz Anton Baumann neu aufgebaut und von Friedhof-Gärtner Josef Spath geschmückt wurde. Hier sowie am Grab von Sepp Schillinger am Friedhof in Oberndorf trafen sich die Gäste, um ein gemeinsames Vater unser zu beten.

Für die Ausstellung im VW-Autohaus haben die Inhaber Fritz und Richard Grill einen großen Teil der PKW-Verkaufsfläche zur Verfügung gestellt. Im Halbrund sind bis zum Ende Ausstellung am 31. Juli 20 Original-Maschinen verschiedener Rennfahrer und Vereine ausgestellt, manche in einem Zustand, als würden sie gerade von einem Mechaniker für die nächsten Rennen zusammengeschraubt werden. Der Betrachter fühlt sich wie in einem Fahrerlager, wo es nach Öl und Benzin riecht und die Rennfahrer in ihren schwarzen Rennanzügen herumlaufen.

In der Tat fanden sich zur Ausstellungseröffnung zahlreiche aktive und ehemalige Rennfahrer ein, um den beiden verunglückten Rennfahrern die Ehre zu erweisen. Bis kurz vor Beginn der Ausstellung trafen noch Briefe, Fotos und Exponate beim Freundeskreis Attenberger-Schillinger ein, die von einer großen Anteilnahme in der Rennfahrer-Szene zeugen.

Fritz Bartl, Sprecher des Freundeskreises und maßgeblicher Kurator der Ausstellung, eröffnete die Vernissage und zitierte unter anderem einen vor wenigen Tagen eingetroffenen Brief von Franz-Dieter Linnarz aus Lüdenscheid, der in den 1960er-Jahren mehrfach mit seinem Beifahrer Hans Richard Hohoff so manchen Strauß mit dem Seitenwagen Team Attenberger-Schillinger ausgefochten hatte. „Mein Beifahrer und ich haben damals dafür gesorgt, dass der Transporter des Gespannes Attenberger, sowie die zertrümmerte Maschine geborgen und nach Ebersberg geschafft worden ist“, schreibt Linnarz, und: „Zwischen dem Team Attenberger-Schillinger und uns, dem Team Linnarz-Hohoff, bestand damals eine sehr gute Freundschaft. Wir hatten beide RS BMW Rennmotoren, links eingebauten Seitenwagen, und die Betreuung durch den damaligen BMW-Monteur Gustl Lachermeier.“

Das tragische Ereignis damals 1968 in Spa/Francorchamps, vo Attenberger und Schillinger ums Leben kamen, erfüllte sie damals mit großer Trauer. Nach dem Unglück ist sein Beifahrer Hohoff aus dem Rennsport ausgestiegen.

Bartl ließ schließlich die letzten Monate, Wochen, Tage, Stunden und Minuten der beiden Rennfahrer Revue passieren.

Die Ausstellung im VW-Autohaus in Ebersberg ist bis zum 31. Juli geöffnet und zwar Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr und Samstag von 8 bis 13 Uhr.


Otto Hartl

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