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Ein Ebersberger Grundschüler erntet mit Unterstützung von Sarah Waldinger Radieschen und Salat, die von seiner Klasse selbst angebaut wurden.

Wissen, wie es wächst und schmeckt

Schüler mit den grünen Daumen

Endlich war es soweit! Voller Spannung warteten die Klassen 2a und 2b der Grundschule Ebersberg darauf, ihr selbst angebautes Gemüse zu ernten.

Ebersberg – In Pflanzkisten und Tetrapacks standen im Schulhof Salat, Radieschen, Minze, Schnittlauch und eine essbare Blüte dafür bereit. Aus den selbst gezogenen Zutaten rollten die Kinder Wraps und verspeisten sie gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und ihrem Direktor Alexander Bär im Klassenzimmer.

Das Projekt „Wissen, wie’s wächst und schmeckt“ hat Ernährungsministerin Michaela Kaniber in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Gartenakademie an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau entwickelt, um Kindern den Ursprung von Lebensmitteln wieder näherzubringen und sie mit allen Sinnen an eine ausgewogene Ernährung heranzuführen. Für die Umsetzung im Landkreis Ebersberg ist Elisabeth Nitsche verantwortlich, die Ansprechpartnerin Ernährung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ist. Jetzt organisierte sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Kristin Mayr und Sarah Waldinger von der Gärtnerei Böck aus Neufarn die Ernte- und Verkostungsaktion an der Grundschule in der Floßmannstraße.

Alle wollen jetzt nur noch eines, nämlich das eigene Gemüse ernten. Zunächst ist das eigene Tetrapack an der Reihe: Vorsichtig ziehen die Kinder die Radieschen heraus und das Staunen steht ihnen angesichts der runden und länglichen Knollen ins Gesicht geschrieben. Als nächstes darf jedes Kind mit einer Schere oder einem kleinen Messer nacheinander Salat abschneiden, bis alle Pflanzkisten abgeerntet sind. Lauter wird es, sobald jemand eine Nacktschnecke entdeckt. Für den zweiten Teil der Aktion geht es ins Klassenzimmer. Dort waschen und schneiden die Kinder das Gemüse in Teamarbeit und bereiten daraus Wraps zu, die sie als krönenden Abschluss gemeinsam aufessen.

„Es macht den Kindern unheimlich viel Freude, den Prozess des Wachsens mitzuerleben und Wissen mit den Händen zu begreifen. Durch das eigene Tun, die Samen und Pflänzchen bis zum fertigen Gericht zu begleiten, eignen sich Kinder ganz nebenbei Ernährungswissen an“, betont Nitsche. Einige bauen jetzt zuhause selbst Gemüse auf dem Balkon oder im Garten an. „Wenn unser Projekt diese nachhaltigen Impulse gibt, freut uns das sehr.“

Seit dem Anpflanzen direkt nach den Osterferien haben die Grundschüler zusammen mit ihren Klassenlehrerinnen Anke Kolodziej und Ingrid Weinzierl in Form eines Gießdienstes oder einer „Schnecken- und Läusepolizei“ die Pflege übernommen. Sie haben erlebt, dass es Zeit braucht und Aufwand erfordert, bevor das Gemüse reif ist und gegessen werden kann. Dadurch können Kinder eine höhere Wertschätzung für Lebensmittel entwickeln.  ez

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