+
Fassunglos stehen Einsatzkräfte vor dem verunglückten Gespann mit dem Schild der Taufkirchner Burschen.

Unfall in Egmating: „Ein Wunder, dass nicht mehr passiert ist“

  • schließen
  • Sebastian Schuch
    Sebastian Schuch
    schließen

Nach dem Unfall mit einem Maibaum-Party-Gespann am Donnerstag in Egmating hat die Polizei nun neue Details zu dem Unglück veröffentlicht.

Taufkirchen/Egmating – Am Tag nach demUnglück in Egmating (Kreis Ebersberg), bei dem 17 junge Menschen aus dem Landkreis München auf einem Maiausflug verletzt wurden, zwei davon schwer (wir berichteten im Ressort Bayern und Region), steht der kleine Ort noch ganz unter dem Eindruck des Geschehens. Aber mit wem man auch spricht – alle sind eigentlich froh, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist.

„Man muss von einem Wunder sprechen, dass doch nicht mehr passiert ist“, sagt Egmatings Bürgermeister Ernst Eberherr, der nach der Alarmierung der Feuerwehr sofort selbst zur Unfallstelle eilte. Er ist voll des Lobes für die Einsatzkräfte, die „sehr schnell da waren. Die Rettungskette hat sehr gut funktioniert.“ Im Einsatz waren auch die Wehren aus Hohenbrunn und Aying. Das Polizeipräsidium Oberbayern konnte am Donnerstag weitere Einzelheiten zu dem Unglück mit 17 Verletzten mitteilen. Zu dem Unfall mit dem Traktor-Gespann sei es auf einer stark abschüssigen Straße gekommen. Die Polizei hat inzwischen ermittelt, dass ein Burschenverein aus dem Landkreis München anlässlich des 1. Mai zu einer „Maibaumfest-Tour“ eingeladen hatte, an der 36 junge Männer und Frauen teilnahmen. Offenbar war das Gespann am frühen Abend auf dem Rückweg von der Maibaumfeier in Aying.

Auf den Unfallbildern ist das Wappen des Burschenvereins „Fröhlich Frisch Auf Taufkirchen“ zu erkennen. Dessen Vorsitzender Julius Ammereller wollte sich auf Merkur-Nachfrage nicht äußern. 

Der Unfall ereignete sich am Mittwoch gegen 17.45 Uhr. Auf der Anliegerstraße mit starkem Gefälle drehten sich die beiden mit Biergarnituren bepackten Anhänger, knickten ein und kippten um. „Wir haben sechs Straßen in Egmating, ausgerechnet die steilste hat er sich herausgesucht“, wundert sich Bürgermeister Eberherr über die Route, die der 17-Jährige Fahrer des Traktors genommen hatte.

Zur Unfallursache teilte das Polizeipräsidium mit: „Vermutlich war die Bremsleistung der Zugmaschine für diese Situation nicht ausreichend. In der Folge stürzten die Mitfahrer auf die Fahrbahn und wurden zum Teil unter dem ersten Anhänger eingeklemmt.“ Ersthelfer kümmerten sich bis zum Eintreffen des Rettungsdiensts und der Johanniter um die Verletzten.

Maibaumfahrten sind bei Burschenvereinen nichts Neues. Eckart Kalinowski, Taufkirchner Gemeinderat und Mitglied bei den Altburschen, erinnert sich, dass er früher ähnliche Touren gemacht hat. „Wir sind am ersten Mai immer in die nähere Umgebung gefahren.“ Allerdings nicht mit zwei mit Biergarnituren bepackten Anhängern, die an einen alten Bulldog gespannt wurden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das erlaubt ist.“

Was ist erlaubt?

Darf ein 17-Jähriger überhaupt Traktor fahren? Und sind zwei Anhänger, auf denen Fahrgäste an Biertischen sitzen, erlaubt? Antworten auf diese und weitere Fragen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Markt Schwaben: Schulbau startet in den Sommerferien
Der Schulneubau wird teuer für Markt Schwaben. Immerhin: Der Staat schießt ordentlich was dazu. Bald ist Baubeginn.
Markt Schwaben: Schulbau startet in den Sommerferien
Kein Sieger, aber zum Teil große Unterschiede zu erkennen
Wen sollen die Kirchseeoner am 15. März ins Rathaus wählen? Wer es bisher nicht wusste und am Mittwoch in der ATSV-Halle war, ist nun gescheiter.
Kein Sieger, aber zum Teil große Unterschiede zu erkennen
Zwei „Neue“ im Landtag: Wie die Politik wirklich ist
Wie funktioniert Politik auf Landes- und kommunaler Ebene? Das wissen jetzt Amelie Schrenk und Fanny Propstmeier 2 Schülerinnen des Grafinger Max-Mannheimer-Gymnasiums.
Zwei „Neue“ im Landtag: Wie die Politik wirklich ist
Wenn‘s was hilft: Gemeinsam beim Geldbeutelwaschen an der Urtel
Im Wahljahr bestens besucht war das traditionelle Geldbeutel-Waschen der Grafinger Freien Wähler. Alle Politiker waren fleißig - trotz der kalten Temperaturen. 
Wenn‘s was hilft: Gemeinsam beim Geldbeutelwaschen an der Urtel

Kommentare