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Einziehen wird das Landratsamt Ebersberg dort, wo einst die Sparkasse residierte. Angedacht war auch ein Café, in dem sich Bürger bei ihrem Behördengang wohlfühlen sollen. Noch ist es nicht so weit.

Besonderer Service der Ebersberger Kreisbehörde muss noch warten

Kaffeekränzchen im Landratsamt

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In Ruhe einen Kaffee trinken und ein Croissant essen, während man beispielsweise auf Unterlagen oder seinen Gesprächstermin wartet. Das könnte im neuen Landratsamt Ebersberg Realität werden. Noch ist es nicht so weit.

Ebersberg – Bistrotische statt lange Reihen von Stühlen in langweiligem Behördengrün. Ein Amt mit Wohlfühlfaktor. Das war eine Überlegung ihm Rahmen des Umbaus des Sparkassengebäudes für das Landratsamt Ebersberg. Doch der Plan fiel nun dem Rotstift zum Opfer.

Weil das Landratsamt dringend zusätzliche Räume braucht, auch weil einige Abteilungen der Behörde ausgelagert sind, kaufte der Landkreis das 25 Jahre alte Sparkassengebäude in der Kreisstadt neben der Polizei für rund 12 Millionen Euro. Die Immobilie, die vom Kreditinstitut nicht mehr genutzt wird, muss nun für die Bedürfnisse der Behörde umgebaut werden. Dabei gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die dringend notwendig sind, wie beispielsweise der Brandschutz. Summe: 3,9 Millionen Euro. Andere Maßnahmen wurden als sinnvoll oder gewünscht, aber nicht zwingend erforderlich eingestuft. Mit dieser Liste (Summe maximal rund 1,5 Millionen Euro), beschäftigte sich jetzt der zuständige Ausschuss des Kreistages. Gespart wird unter anderem an Akustikdecken oder Bodenbelägen.

Im Erdgeschoss des Gebäudes sollen die Führerscheinstelle und die Zulassungsstelle Platz finden. Daneben ist die große Eingangshalle der früheren Sparkasse. Hier ist das Bürgerbüro geplant, in dem viele Dienstleistungen des Amtes angeboten werden sollen. Die früheren Sparkassenschalter hätte man möglicherweise wiederverwenden können. „Nein“, sagt Kreisfinanzchefin Brigitte Keller. „Zu laut.“ Stattdessen soll es so genannte „Serviceinseln“ geben, in denen auch ruhigere Gespräche von Mitarbeitern des Landratsamtes mit Kunden möglich sind. Bleibt noch viel Platz übrig in der ehemaligen Sparkassenaula. Die Idee: Statt des sonst in Behörden üblichen Wartebereichs ein Café mit etwa 40 Plätzen. Das soll nicht vom Amt selbst betrieben, sondern extern vergeben werden. „Wir würden keine Pacht verlangen, sondern nur die Nebenkosten“, betont Keller. Also keine Zusatzeinnahmen für den Landkreis. Die Krux: Nur geöffnet, wenn auch das Amt geöffnet ist. Der Café-Betreiber könnte auch noch andere Aufgaben im Haus übernehmen, beispielsweise die Mitarbeiterkantine.

Für das Café gebe es viele Nutzungsmöglichkeiten: Ein Ort, an dem Bürger bei Fragen zwanglos beraten werden können, wenn es nicht um streng vertrauliche Angelegenheiten geht, ein Ort, an dem sich auch Mitarbeiter des Amtes zu Besprechungen treffen oder eben, um die aus welchen Gründen auch immer notwendige Wartezeit angenehmer zu gestalten. Bei schönen Wetter könnte sogar der Platz vor dem Eingang genutzt werden. Und das Café wäre offen für alle Interessenten, auch wenn sie im Landratsamt nichts zu tun haben. Aus der Eingangshalle soll zudem ein Raum der Begegnung werden, der unter anderem für Ausstellungen genutzt werden kann.

Der Ausschuss strich jedoch die Café-Pläne aus der Liste. Angeschafft sollen nur die normalen „Wartemöbel“. Einsparung: Bis zu 170 000 Euro. Reaktion von Keller: Man könne im Moment auf ein Café verzichten. Es gehöre aber zur Zukunftsvision eines offenen Amtes dazu. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“ Gestrichen wurde auch ein größer geplanter Kinderbereich, in dem die Kleinen spielen können, während die Eltern beschäftigt sind. Jetzt wird es eine kleine Lösung geben.

Der ehemalige Tresor der Kreissparkasse bleibt übrigens im Keller. Stellt sich die Frage, wie der genutzt werden könnte?

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