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Julia Schott (34) mit ihrer Katze Mia, mit der zusammen sie in Ebersberg einen Einbrecher stellte.

Frauchen bemerkt Täter rechtzeitig

Mutige Mieze: „Mia“ faucht Einbrecher in die Flucht

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Eine Katze ist manchmal der bessere Wachhund. Diese Erfahrung machte jetzt Julia Schott aus Ebersberg. Ihre Familie wurde Opfer eines frechen Einbruchs.

Ebersberg– Einer der beiden Täter, die in Ebersberg in der Wildermuthstraße zugange waren, wurde geschnappt, weil er sich selten dämlich angestellt hat. Die Polizei fand seinen Geldbeutel am Tatort. Und das ist nicht das einzige Kuriosum an diesem Fall. Aber der Reihe nach.

Die Familie kommt abends vom Essen nach Hause. Die Frau ist mit ihren Kindern alleine, der Partner ist beruflich unterwegs. Als sich die 34-Jährige ihrem Haus nähert, bemerkt sie eine verdächtige Person, die auch die Einfahrt zum Grundstück betreten will. „Ich hab’ ihm gesagt, dass er das schön bleiben lassen soll.“ Was dann passierte, schildert die mutige Frau so:

Sie und ihre Kinder gehen ins Haus und lassen die Katze „Mia“ raus, die mal aufs Klo muss. „Die hat so komisch gefaucht“, schildert die Ebersbergerin das ungewöhnliche Verhalten des Tieres. Als sie mit dem Handy in den Garten leuchtet, bemerkt sie im fahlen Licht den Schatten eines flüchtenden Mannes. Es ist der zweite Täter. Er wurde gewarnt, vom „Schmieresteher“, dem die Frau kurz vorher vor dem Grundstück begegnet war. „Der hat am Zaun so getan, als würde er telefonieren und hat dabei laut herumgeschrien.“ Später stellt die Polizei fest, dass er gar nicht telefoniert hat, dafür aber mutmaßlich unter dem Einfluss von Drogen stand. „Es war zu dem Zeitpunkt kein Anruf auf seinem Handy.“ Der Mann wollte den zweiten Täter nur auf die Heimkehr der Familie aufmerksam machen.

Der Frau kommt das alles zu Recht sehr verdächtig vor, sie geht in die Garage und sieht sofort, dass hier Einbrecher am Werk waren. „Die haben alles durchwühlt“, sagt die 34-Jährige, die sofort die Polizei ruft. In der Garage liegt nämlich ein fremder Turnbeutel und in diesem Turnbeutel ist ein Geldbeutel samt Ausweis. Er gehört demjenigen, der vor dem Grundstück angeblich „telefoniert“ hat. Es fehlen zwei Hilti-Maschinen, zwei Bosch-Werkzeuge, eine Eishockey-Tasche „und ein Badelatschen. Einen haben sie liegen gelassen.“ Die Täter gehen stiften. Die sofort alarmierte Polizei hat aber keine Mühe, anhand des Ausweises auf die Identität eines der Täter zu schließen.

„Die Beamten haben auch alle Spuren gesichert“, berichtet die Frau. Anschließend seien die Polizisten wieder gefahren, dafür sei aber der „Schmieresteher“ an den Tatort zurückgekehrt. Der ist nämlich plötzlich wieder aufgetaucht „und hat behauptet, ihm sei der Geldbeutel gestohlen worden, weshalb er unbedingt wieder in meine Garage müsse. Da sei er nämlich drin.“ Die Polizei wird sofort ein zweites Mal verständigt und schnappt den 40-Jährigen, der kein unbeschriebenes Blatt ist. Es klicken die Handschellen, der zweite Täter allerdings ist weiter auf der Flucht und von der Beute fehlt leider bisher auch jede Spur.

Der 34-Jährigen, die in Ebersberg als Waldkindergärtnerin arbeitet, kommt der Fall irgendwie bekannt vor. „Die haben das auf dieselbe Masche vor zwei Jahren schon einmal bei uns probiert“, erinnert sie sich. „Aber damals sind wir zu früh nach Hause gekommen.“ Sie will die Ebersberger Bürger warnen. Die Täter würden sich sehr auffällig verhalten, wenn sie ihre Einbruchsobjekte auskundschaften.

Inzwischen hat Julia Schott den Schreck über den Einbruch bereits einigermaßen überwunden, eine Kindergärtnerin kann eben so schnell nicht erschüttern. Sogar einen Scherz kann die 34-Jährige schon wieder machen. „Bei uns war in der Schule früher schon der ,Turnbeutelvergesser’ ein Schimpfwort“, sagt sie und lacht.

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