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„Wenn man die richtigen Räume bietet, dann entwickelt sich die Fantasie“: Bürgermeister Walter Brilmayer. 

Einmalige Erfolgsgeschichte des alten kinos Ebersberg

Große Bühne für die Kleinkunst

Das alte Kino in Ebersberg gibt es seit 25 Jahren. Eine einmalige Erfolgsgeschichte, die gefeiert wird. Der Auftakt ist gemacht.

Ebersberg Am 2. Oktober ist es ein Viertel Jahrhundert alt geworden, das alte kino in Ebersberg. „Wer hätte das gedacht, wer hätte sich das vor 25 Jahren träumen lassen, dass daraus eine solche Erfolgsgeschichte entstehen würde?“, fragte Bürgermeister Walter Brilmayer ins Publikum, als er für eine kleine Ansprache auf die Bühne gerufen wurde. Zur Feier des Tages hatte die beliebt Kleinkunstbühne einen bunten Abend organisiert, an dem viele Unterstützer der ersten Stunde dabei sein durften.

Die Stadt Ebersberg hatte das alte kino vor 25 Jahren vertrauensvoll in die Hände der jungen „Gruppo di Valtorta“ gelegt. Und die hatte als Betreiberin daraus eine Bühne gemacht, die heute deutschlandweit hinaus bekannt ist. „Großen Respekt, großen Dank an euch“ sagte Brilmayer, der aber auch erwähnte, dass es damals gar nicht so einfach war, sowohl die Ebersberger als auch den Stadtrat von der Sache zu überzeugen.

Dass es eine gute Entscheidung war, darauf wies auch Peter Voith, Ex-Valtorta-Mitglied und Moderator des Abends hin. Zusammen mit dem Alten Speicher und dem Klosterbauhof gestalte das alte kino das kulturelle Leben in Ebersberg maßgeblich mit. Maßgeblichen Anteil am Erfolg der Kleinkunstbühne habe Markus Bachmeier, der das alte kino seit gut 20 Jahren leite. „Er hat mit seiner feinen Nase für ganz Neues und mit seinem hohen Qualitätsanspruch eine der renommiertesten Kabarett-Bühnen daraus gemacht“, sagte Voith.

Damit das alte kino zu dem werden konnte, was es heute ist, musste es zunächst umgebaut werden. Und dafür hatte der Ebersberger Helmut Mayer gesorgt, der nicht nur Architekt, sondern auch Musiker ist. Zu seinen Ehren spielte die Grafinger Formation „Jazz in the Box“ an dem Abend viele Stücke, die der Hausarchitekt für die sieben Musiker arrangiert hatte, unter anderem „Jubilation“ von Junior Mance und auch ein verjazztes „Happy Birthday“, beides hervorragend geeignet für ein Jubiläum. Bei „Jive at Five“, ursprünglich von Count Basie, konnte sich Helmut Mayer nicht mehr auf seinem Zuschauer-Platz halten, er stieg kurzerhand auf die Bühne und begleitete die Formation am Bösendorfer Flügel, wofür ihn das Ebersberger Publikum mit begeistertem Applaus belohnte.

Angelika Kratzer, viele Jahre Vorsitzende des Kulturkreises Ebersberg, las Texte von Alfred Polgar. Denn auch der Kulturkreis Ebersberg war von der ersten Stunde an mit dabei und hatte zahlreiche Veranstaltungen im alten kino organisiert. Ebenso langjähriger Mitstreiter war die Musikschule Ebersberg, die sich am Jubiläumsabend mit einem frischen Improvisationsorchester von sechs ganz jungen Leuten bedankte. Für Staunen sorgte der Beitrag von Frauke Menger, einer Künstlerin aus Aßling: Sie zauberte Gemälde aus Sand auf einen beleuchteten Glastisch, die dann auf der Leinwand erschienen: Von der Freiheitsstatue über den Eiffelturm bis zum Colosseum spann sie den Bogen um die ganze Welt, um schließlich mit Zwiebelturm, Maibaum und altem kino in Ebersberg zu landen.

„Wenn man die richtigen Räume bietet, dann entwickelt sich die Fantasie“, hatte Bürgermeister Brilmayer in seiner Ansprache betont. Und ein kleiner Ausschnitt dieser künstlerischen Höhenflüge wurde an dem Geburtstagsabend deutlich sicht- und hörbar.

Evi Thiermann

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