Da ist ganz schön Druck dahinter: Die Jugend übt in Steinhöring mit Wasser und gemeinsam mit den „Großen“ den Einsatz von Schaummittteln.
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Da ist ganz schön Druck dahinter: Die Jugend übt in Steinhöring mit Wasser und gemeinsam mit den „Großen“ den Einsatz von Schaummittteln.

Ebersberger Floriansjünger wegen Virus in Sorge um den Nachwuchs

Corona-Zahlen sinken: Endliche wieder „Wasser marsch“ - Feuerwehr-Jugend startet Ausbildung

  • Robert Langer
    VonRobert Langer
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Es darf nach den gesunkenen Corona-Zahlen wieder mehr geübt werden bei der Feuerwehr. Darauf hat der Nachwuchs der Floriansjünger gewartet. „Weil es Spaß macht und weil man Menschen helfen kann“, sagt Johanna (13).

Steinhöring/Landkreis Fahrzeuge werden aus der Garage gefahren, Verteiler aufgebaut, Schläuche verlegt. Jeder Jugendliche hat seine Aufgabe. Dann heißt es „Wasser marsch“. Es darf nach den gesunkenen Corona-Zahlen wieder mehr geübt werden bei der Feuerwehr. Das macht auch der Nachwuchs in Steinhöring. Dort werden die Mädchen und Buben der Wehren aus Steinhöring, Tulling und St. .Christoph gemeinsam ausgebildet. Sie sind voll motiviert. „Ich habe schon darauf gewartet“, freut sich Marlene (15) aus Tulling.

Jetzt geht es wieder richtig los. 

Marlene (15) aus Tulling.

Als die dortige Wehr ein neues Fahrzeug bekommen hatte, hat sie das sehr interessiert. Sie wollte dabei sein. Doch dann musste das Mädchen wegen Corona warten. „Jetzt geht es wieder richtig los“, sagt sie.

Einschränkungen haben Feuerwehr schwer getroffen

Jason (15) hatte Pech. Er wollte gerade bei der Feuerwehr anfangen, hätte seine erste Übung gehabt. Dann kam der „Corona-Lockdown“. Jetzt ist er aber wieder da und macht weiter. Christian (16) aus Steinhöring ist schon ein paar Schritte weiter. Er war mit seiner Ausbildung bereits vor Corona ziemlich vorangekommen und konnte vor allem in den Phasen der kurzzeitigen Lockerungen nutzen und auch Prüfungen ablegen. Bald darf er zu Einsätzen mitfahren, wenn er dabei außerhalb des Gefahrenbereiches bleibt. Seine Ausbildung ist aber noch lange nicht abgeschlossen.

Wichtiger Zeitraum zwischen 14 und 18 Jahren

Die Corona-Einschränkungen haben die Feuerwehren bei der Ausbildung schwer getroffen. Der wichtige Zeitraum sei eigentlich zwischen 14 und 18 Jahren, sagt der Steinhöringer Jugendwart Franz Abinger. „Da sind die eineinhalb Jahre, die uns jetzt wegenCorona fehlen, eine lange Zeit.“ Vieles in der Feuerwehr sei ganz einfach Handwerk. „Das muss man praktisch üben. Das ist durch digitale Ausbildung nicht zu ersetzen“, sagt Kreisbrandrat Andreas Heiß. Zudem seien die Jugendlichen in der vergangenen Zeit durch Homeschooling am Computer sowieso schon sehr belastet gewesen. Geübt werden müsse von Angang an, im Team zu arbeiten. „Später müssen sie sich im Einsatz voll aufeinander verlassen können.“

 Ich habe schon etwas Angst, dass uns da ein ganzer Jahrgang verloren geht.

 Anton Höfer, Kommandant der Steinhöringer Wehr

„Es gehe nicht nur um die Fertigkeiten, „sondern auch um Werte“, sagt Heiß. Das werde alles spielerisch gelernt. „Ich habe schon etwas Angst, dass uns da ein ganzer Jahrgang verloren geht“, gibt Anton Höfer, Kommandant der Steinhöringer Wehr, zu bedenken.

Die Jugendfeuerwehr hat wegen Corona Federn lassen müssen. 

Mathias Weigl, Kreisbrand-Inspektion 

Die Zahlen sind klar. Derzeit gibt es im Landkreis 26 Jugendfeuerwehrgruppen, von denen vier aber nicht aktiv sind. „Die sind auf null“, so Mathias Weigl, in der Kreisbrand-Inspektion für die Jugend zuständig. „Die Jugendfeuerwehr hat wegen Corona Federn lassen müssen.“ Nach Stand Dezember 2020 waren 307 Mädchen und Buben im Landkreis in der Ausbildung. Inzwischen dürften es erneut weniger sein. „Vor drei Jahren waren es noch rund 400“, so Weigl.

Franz Abinger, Jugendwart in Steinhöring.

Die klassische Jugendwerbung hat in den vergangenen Monaten kaum stattgefunden. Die Tage der offenen Tür fehlten, so Heiß. Brandschutzerziehung in den Schulen habe es auch nicht gegeben, ergänzt Weigl. Vieles laufe über Mund-zu-Mund-Propaganda der Jugendlichen untereinander, sagt Abinger. Aber diejenigen, die schon Kontakt zur Feuerwehr hatten, konnten nichts erzählen. „Es ist auch nicht viel passiert“, hatte der 16-jährige Christian gesagt. Es fehlt auch die Kameradschaft bis hin zum gemeinsamen Lagerfeuer.

Feuerwehren versuchen gegenzusteuern

Die Feuerwehren versuchen gegenzusteuern. Organisiert wurde ein Jugendleiterlehrgang in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring. Eine Aufgabe aber bleibt gleich. Tullings Kommandant Florian Thurnhuber formuliert das so: „Wir wollen die Faszination, die wir selbst hatten, den Jugendlichen näher bringen.“

Wir wollen die Faszination, die wir selbst hatten, den Jugendlichen näher bringen.

Florian Thurnhuber, Kommandant in Tulling

Und das wirkt wohl auch immer noch. Bei der Übung ist Johanna aus Tulling dabei. Demnächst wird sie 14. Vor Corona sei sie noch zu jung gewesen, sagt sie. Jetzt freut sich Johanna, dass sie dabei sein darf. Die Feuerwehr habe sie schon immer interessiert: „Weil es Spaß macht und weil man Menschen helfen kann.“

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